Es wird ernst 

Es war soweit: die Kündigungsfrist rückte näher. 

Schon in guten, aufgeräumten Zeiten bekomme ich nur ungern Besuch. My home is my castle, und jeder ein Eindringling. Kaum einer meiner Freunde war überhaupt je bei mir zuhause. Ich wusste aber, sobald ich die Wohnung kündige, muss ich dem Vermieter und potenziellen Nachmietern Zutritt gewähren. 

Unter keinen Umständen konnte ich zulassen, dass überhaupt irgendjemand sieht, was für ein Chaos bei mir herrscht. Ich versuchte also, die Kündigung so lange wie möglich raus zu zögern und nahm mir vor, jeden Tag ein bisschen aufzuräumen. 

Leichter gesagt als getan. 

Die meisten Menschen denken, ich sei faul. Ich hätte nur keine Lust zu putzen. Das stimmt nicht. Ich wünschte ich hätte eine saubere Wohnung. Ich wünschte, ich wäre eine gute Hausfrau, hätte Spaß am aufräumen. 

Leider ist es aber so, dass ich in eine Schockstarre verfalle wenn ich nur daran denke, dieses Chaos beseitigen zu müssen. Ich schäme mich dafür, dass es soweit kam. Ich habe Angst, jemand (Nachbarn) könnten es bemerken. Ich weiß nicht wo anfangen und wohin mit den Sachen. 

Das Ende vom Lied? Ich schlafe. Und schlafe. Und schlafe. Und schlafe.

Bei jeder Gelegenheit schlafe ich ein. Auf dem Sofa. Direkt nach dem Essen. Nach der Arbeit bin ich sowieso zu müde. Am Wochenende wache ich morgens nicht auf. Mittags schlafe ich im sitzen ein. Ich bin unendlich müde. 

Und nebenher plagt mich das Gewissen, weil ich weiß, ich muss es tun. Weil ich weiß, ich hab nicht mehr viel Zeit. Und weil ich weiß, meine Freunde haben recht wenn sie sagen „tu es einfach!“ 

Ich wünschte, ich könnte es, aber ich habe keine Kontrolle mehr über meinen Körper. 

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