Das wird schon alles! 

Mhh, ja, danke, dessen bin ich mir bewusst. 

Heißt aber nicht, dass ich weiß, WIE ich dass alles hinkriegen werde….. 

18 Tage noch bis ich fliege. Nur noch 2 Arbeitstage. 

Ich muss noch Bad und Küche ausräumen, die Schlafzimmermöbel werden erst am Sonntag abgeholt, am Samstag kommen aber die Leute zum Streichen, für meine Katzen habe ich nun doch niemand mehr, der sie übergangsweise nehmen kann, und für die aussortierten Sachen habe ich bisher niemand, der sie mit mir weg fahren kann. 

Die, die helfen wollen, können nicht, und die, die ich um Hilfe bitte, wollen nicht (oder können nicht, ich weiß es nicht…) 

Stattdessen bekomme ich oft zu hören 

Das wird schon irgendwie, Du schaffst das schon!

Klar wird das irgendwie, und klar schaff ich das schon! Aber im Moment weiß ich noch nicht wie, und ICH bin diejenige, die sich eine Lösung für die Probleme einfallen lassen muss… 

Ich bin also deutlich genervt, gestresst und – wie könnte es anders sein – unglaublich müde. 

Manchmal bin ich innerlich total taub, und gleichgültig. Dann denk ich mir, ich kann die Situation gerade sowieso nicht ändern, also….scheiss drauf! 

Dann wieder bin ich kurz vor der Verzweiflung, den Tränen nahe, sorgenvoll und panisch. 

Meine Freundin hatte da einen guten Tipp für mich: 

Hör doch einfach auf, allen von Deinen Schwierigkeiten zu erzählen – dann kommen auch keine Kommentare mehr, über die Du Dich ärgerst!

Leider hat sie das tatsächlich ernst gemeint. 

Ich möchte mich jetzt nicht rechtfertigen, aber ich möchte mich erklären, ein besseres Verständnis für meine Situation schaffen: mit „allen“ wären in diesem Fall meine engen Freunde, Familie und ein paar Arbeitskollegen gemeint. Der Umzug ist gerade ein sehr großes Thema in meinem Leben, der mich und auch mein Umfeld beschäftigt. Immer wieder werde ich darauf angesprochen, und je nach dem, welches Verhältnis ich zum Fragesteller habe, erzähle ich mehr oder weniger detailliert. Wenn ich nun also dem Vorschlag meiner Freundin folgen würde, müsste ich alle um mich herum anschweigen, Fragen abweisen und um Hilfe bitten könnte ich auch nicht mehr – sonst müsste ich ja wieder von den Problemen berichten. 

Habe ich zu hohe Ansprüche an meine Freunde? Bin ich unnormal, weil ich mich auf Versprechen verlasse und Verständnis und ein offenes Ohr erwarte? 

Oder habe ich mich, mangels Selbstwertgefühl, unbewusst absichtlich immer mit Leuten abgegeben, die mir nicht gut tun, die mich immer wieder in dieses alte Muster meiner Kindheit zurück werfen – dass ich nicht gut genug bin, nichts kann und keinen Wert habe. 

Immer mehr komme ich zu dem Ergebnis, dass Irland mir gut tun wird. Der Abstand zu meinem bisherigen Leben, zum Alltag hier, den Leuten… Es wird mir die Möglichkeit geben, mich ganz neu zu entdecken, ohne Einschränkungen, ohne in Schubladen gesteckt zu werden. 

Wenn ich jedoch momentan gefragt werde, worauf ich mich am meisten freue, dann ist die Antwort ganz klar: 

Darauf, am 2. Januar ausschlafen zu können und zu entspannen, nichts organisieren zu müssen und einfach nur das tun, was ich möchte – oder auch einfach gar nichts tun! 

2 Gedanken zu “Das wird schon alles! 

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