Die zweite Woche….

…ist fast vorbei. Sie fiel mir deutlich schwerer als die erste. 

Zum einen hatten wir gestern Vollmond, auf den ich immer schon ca. eine Woche vorher stark reagiere. Die letzten Nächte waren alle sehr sehr unruhig und mit seltsamen oder beängstigenden Träumen versehen. 

Zum anderen vermute ich, dass in der zweiten Woche meine Anspannung etwas abfiel – ich wusste ja nun schon, was mich erwartet, konnte selbständig arbeiten, fand mich in der Stadt und mit dem Bus zurecht… Irgendwie kamen mein Körper und auch meine Seele etwas zur Ruhe. Dabei kam eine große Erschöpfung zum Vorschein, die mich nicht direkt überrascht…. sowas hatte ich schon irgendwie erwartet. 

Besonders schlimm war es gestern, Donnerstag, 12. Für mich war das mein persönlicher Freitag, 13.! Nach einer weiteren anstrengenden Nachr kam ich schon nicht aus dem Bett. Im Büro passierten mehrere Dinge gleichzeitig: ich hatte viel zu tun, dazwischen mehrere Problemfälle, die ich alleine nicht lösen konnte. Nebenher noch Emails bzgl. möglichen Wohnungsbesichtigungen, und alles am besten gleichzeitig und sofort zu erledigen. Ich war überfordert und tat, was ich in so einer Situation immer tu: genau. Nichts. Ich zog es vor, mich mit einem Freund über Whatsapp zu unterhalten. Und obwohl ich wusste, ich muss mich jetzt konzentrieren und Gas geben, konnte ich meine Finger nicht vom Handy lassen. Selbst als ich es in meine Handtasche gepackt hatte, habe ich mich immer wieder dabei erwischt, wie ich rein greife und doch wieder „nur kurz antworte“. 

Zum Glück ging alles gut: ich schaffte es, meine Arbeit fertig zu machen innerhalb der normalen Arbeitszeit (ich habe hier keine Gleitzeit). Ich schaffte es sogar ohne größere Fehler. Mein Kollege nahm mir nur eine Sache ab, die ich in Stuttgart noch nie und hier erst einmal gemacht hatte, weil viel zu tun war und es bei mir dreimal so lang gedauert hätte wie bei ihm. 

Gestern Abend hatte ich eine Wohnungsbesichtigung. Während der E-Mail Konversation mit dem Vermieter fragte ich zwei mal, ob Katzen erlaubt wären. Er antwortete nicht, lud mich aber zur Besichtigung ein. Natürlich ging ich davon aus, dass meine beiden Fellnasen dort willkommen wären. Die Wohnung war wunderschön, groß, wirklich toll! Aber… „Sorry, ich liebe Katzen, aber der Hund des vorherigen Mieters hat alles voll gepinkelt und kaputt gemacht, deshalb erlaube ich keine Tiere mehr.“ ….und warum genau war ich dann da? Weil er so viele Emails erhalten hatte, dass er ohne diese zu lesen einfach alle zur Besichtigung eingeladen hat. 😑 

Ich liebe es, hier zu sein, und ich bereue es nicht! 

Aber ich bin momentan ausgelaugt. Ich weiß, die Firma zahlt mir noch 6 Wochen lang eine Unterkunft. Ich weiß dass mich meine Kollegin danach nicht raus schmeißen würde. Meine Katzen sind in guten Händen. Ich habe keinen Zeitdruck. Aber ich vermisse meine Katzen, und meine persönlichen Dinge. Ich habe nur zwei Koffer hier, alles andere ist noch in Deutschland eingelagert. 

Außerdem mach ich mir selbst zu viel Druck. Auch wenn ich schon seit 11 Jahren diesen Job mache, ich kann die regionalen Besonderheiten noch nicht alle wissen! Trotzdem habe ich jedesmal, wenn ich eine Frage stelle, das Gefühl, ich müsste das wissen! Keiner der Kollegen war je genervt oder hätte mir nicht geholfen – den Druck mach ich mir selbst!  

Ich hoffe, ich kann am Wochenende etwas entspannen. 

 

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