Hallo, inneres Kind…

…da bist Du ja wieder! 

Nein, ich hab dich nicht vermisst, bleib wo der Pfeffer wächst! 

Seit letztem Wochenende hänge ich in alten Mustern fest. Ich fühle mich klein, wertlos, dumm und unsicher. Ich suche Bestätigung von außen, doch sehr nur die Kritik. Ich mach mir alles kaputt. 

Büro, Kunde ruft beim Kollege an um sich über mich zu beschweren. Es geht um etwas, das absolut nicht in meiner Habd lag – ich war nur der Überbringer der schlechten Nachricht. Ich fühle mich persönlich angegriffen, merke, wie mein Herz schneller schlägt. Versuche mich vor den Kollegen zu rechtfertigen, obwohl die nur lachen und mit den Schultern zucken – jeder weiß, dass ich lediglich die Entscheidung einer höheren Stelle ausgeführt hatte. Trotzdem fühle ich mich schlecht. 

Ein versprochenes Treffen mit einer Deutschen, die nach Irland ziehen will. Ich kenne sie nicht persönlich, hatte aber versprochen, ihr Dublin zu zeigen, wenn sie hier ist. Mir geht es nicht gut, ich will nur alleine sein, und besonders nicht in Gesellschaft einer für mich fremden Person. Ich traue mich nicht, abzusagen. Ich fühle mich verpflichtet, ich habe keine andere Wahl. Ich könnte heulen, so sehr widerstrebt es mir, aber ich schaff es nicht nein zu sagen. 

Der Kerl, den ich hier kennen gelernt habe? Meine Unsicherheit trifft auf eine Stressige Zeit bei ihm. Jede Nachricht wird genauestens analysiert. Wann hat er zuletzt einen Kosename verwendet, wie viele x waren am Ende der Nachricht im Vergleich zum vorherigen Tag? Ich hab mich überhaupt nicht im Griff, ich nehme mir vor zu warten bis er sich meldet, schreibe dann aber doch und frage ob alles ok ist zwischen uns. Ich weiß, dass ich ihn damit verjage und hasse mich selbst dafür. Im Endeffekt weiß ich gar nicht mehr, ob ich nur denke dass es schlecht läuft, oder ob es wirklich schlecht läuft…

Und damit sind wir dann wieder am Anfang der Geschichte: ich bin nutzlos, wertlos, dumm und kann sowieso nichts. 

Ich fühle mich, als hätten meine Freunde die Kontrolle über mein Leben übernommen, als sie hier waren – und dann mit genommen. Und ich steh jetzt hier, bzw. liege, denn momentan schaff ich es nicht aus dem Bett, und verzweifle fast, weil ich doch einfach nur mal alles richtig machen wollte. Ein mal in meinem Leben. 

12 Gedanken zu “Hallo, inneres Kind…

  1. autistanbord schreibt:

    Also, was ich dem Blog so entnehmen kannst, machst du deine Sache doch super! Dafür, dass sich andere Leute danebenbenehmen, kannst du ja nichts.

    Mir stellte sich gerade eine Frage, falls das zu neugierig/persönlich ist, bitte ignorieren bzw. löschen!
    Du hast ja sicher irgendwie gelernt, mit dem inneren Kind umzugehen. Funktioniert das dann automatisch weiter, wenn du anfängst, in einer anderen Sprache zu denken?
    Hintergrund dazu ist: Eins Sache, die bei Linguisten gut bekannt ist ist, dass man auf Wissen and Fähigkeiten, die man in einer Sprache gelernt hat, nicht automatisch in einer anderen Sprache zugreifen kann. Das Wissen ist dann zwar da, aber nicht oder nur schwer abrufbar. Das geht soweit, dass man manchmal das Gefühl hat, in unterschiedlichen Sprachen mit ganz unterschiedlichen Personen zu sprechen, obwohl es ein- und derselbe Mensch ist.

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      • unserlebenmitemily schreibt:

        Fühl dich mal ganz lieb gedrückt. 👭 Hoffentlich kommst du da bald wieder raus. Wenn ich in nem Loch stecke, hilft es mir immer, kreativ zu sein. Fotografieren, Bücher verzieren usw, Handlettering….. Hauptsache ich kann mich ausdrücken mit der Sache. Tut dir so etwas gut?

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      • unserlebenmitemily schreibt:

        Oh, dann ist das bei dir genau andersrum. Fernsehen und lesen kann ich dann gar nicht, weil ich dann die Gedanken und Sorgen nicht aus dem Kopf kriege.

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      • Lela G schreibt:

        Ja kommt immer drauf an, gibt bei mir auch Momente da krieg ich die Gedanken nicht abgestellt. Da hilft am besten spazieren gehen, recht zügig, und am besten wenn es kalt und nass ist, so richtig ekliges Wetter. Danach bin ich dann normalerweise ruhig genug dass ich lesen kann.

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