Um es mit Rolf Zuckowskis Worten zu sagen:

Ich schaff das schon, ich schaff das ganz alleine! 

Vor einiger Zeit habe ich in einer Kneipe in Dublins berühmten Ausgehviertel Temple Bar einen Musiker spielen gesehen (gehört!), den ich sehr gut fand. Nach seinem Auftritt wechselten wir ein paar Worte, und ich suchte ihn auf Facebook. Dieser Musiker spielte gestern in einem Pub der ca. 5min zu Fuß von mir entfernt ist. Natürlich war ich begeistert und wollte unbedingt hin. Es hatte aber niemand Zeit, mich zu begleiten. 

Was machen…?! 

In Stuttgart war ich oft alleine im Pub. Aber da kannte ich alle, das Personal, die Stammgäste…. ich fühlte mich nie alleine! Hier kenne ich niemanden. Aber wie soll ich auch, wenn ich nicht hin gehe..? 

Ich beschloss also, alleine zu gehen. 

Um mir selbst ein wenig Druck zu machen, schrieb ich dem Musiker, mit dem ich so lose in Kontakt geblieben bin, dass ich kommen würde. Ich hatte es gesagt, nun gab es kein zurück mehr! 

Natürlich hatte ich tausend Ausreden, warum ich lieber nicht gehen sollte. Ich war müde und unmotiviert und fand die Musik plötzlich gar nicht mehr so toll. Aber ich hatte es gesagt… Also raffte ich mich auf und richtete mich. Ich lief los, und obwohl ich nur sehr selten rauche, war ich diesmal doch froh um meine Zigaretten. 

Meine Taktik war: kurz vor dem Pub eine anstecken, damit ich dann erstmal vor dem Pub stehen bleiben und die Lage checken konnte. 

Gemacht, getan, und die Taktik hatte Erfolg. Erst sprach mich der Türsteher an, kurz darauf kam der Musiker raus, sah mich und fing gleich an sich mit mir zu unterhalten. Im Pub suchte ich mir einen Platz an der Theke, in der Nähe von einigen älteren Herren, lächelte einmal freundlich und trank dann viel zu schnell, weil ich sonst nicht wusste wo hin mit meinen Händen. Auch hier hatte meine Taktik Erfolg. Ich trank genug, um lockerer zu werden, aber nicht so viel dass ich betrunken wurde. Die Herren fingen an sich mit mir zu unterhalten, jeder erzählte, wo in Deutschland er schon mal war. 

Einer der Herren, ca mitte 50, wohnhaft bei Mami, erklärte mir, ich sei unwahrscheinlich hübsch und fragte, ob ich mal mit ihm ausgehen würde. Das sorgte für viel Gelächter – meinerseits, aber auch von seinen Freunden. Nun, ich nehm’s als Kompliment! 😀

Nach dem Auftritt kam der Musiker zu mir, wir unterhielten uns bis der Pub schloss. Er stellte mich dem Manager vor, der mir versicherte, ich könnte jederzeit auch alleine kommen, er hätte dann schon ein Auge auf mich. Wir zogen weiter in einen Club um die Ecke, auch dort kannte der Musiker das Personal und ich wurde allen vorgestellt. So sehr wie wie Deutschen die Iren lieben, so sehr lieben sie uns. Wieder erzählte mir jeder, in welcher deutschen Stadt er schon bei einem Fußballspiel oder zum arbeiten war.  

Um 5 Uhr heute morgen lag ich dann im Bett. Ich war nicht betrunken, aber alkoholbedingt gelockert. Ich hatte eine lustige Nacht, viel Spaß und gute Musik, und ich habe einige nette und nützliche Leute kennen gelernt. 

Fazit: ich hab es geschafft und so schlimm war es gar nicht. 

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