Sundaymood

Wenn man zuhause sitzt und zu viel Zeit hat, nachzudenken, kommt man auf die blödesten Gedanken. Also ich jedenfalls.

Die letzten beiden Tage saß ich auf meinem Sofa und konnte wegen meinem frisch gezogenen Zahn nicht sehr viel tun. Klar, es gibt jede Menge Bücher und Filme, die ich mir unbedingt schon immer mal rein ziehen wollte…. Aber auf Dauer beschäftigt das meine kleinen, wuseligen Gehirnzellen nicht.

Bald genug fing die Denkerei an. Ich will mal nicht zu sehr ins Detail gehen, aber wie das eben ist, man fängt bei A an, ein Gedanke führt zum nächsten, plötzlich ist man bei Z und beschließt, die Umlaute auch noch mit zu nehmen. Über meine sozialen Kontakte hier in Irland habe ich gegrübelt, über meinen bevorstehenden Weihnachtsbesuch in Deutschland. Über meine finanzielle Lage, die Katzen. Mein Fotoprojekt, meine Fotografiererei (gibt’s das Wort, oder ist das Schwäbisch?) generell. Ein Gedicht über die weibliche Verletzlichkeit und Sexualität hat mich stark angesprochen und zusätzlich zum Nachdenken angeregt.

Das ganze hat mich leicht melancholisch gestimmt, und mal wieder hatte ich das Gefühl, keinem davon erzählen zu können. Ich versuche, mit meinen Freunden, aber auch hier in meinem Blog, immer ehrlich zu sein. Manchmal fällt es mir aber schwer, meine eigenen Gedanken in Worte zu fassen. Es ist wie ein Nebelschleier, der durch meinen Kopf zieht – wenn ich danach greife, bleibt nichts in meinen Händen hängen. Ich hasse es, wenn das passiert, denn dann fühle ich mich immer so alleine und unverstanden. Dabei … naja. Vielleicht würde man mich ja verstehen, wenn ich mal versuchen würde, mich zu erklären.

Jedenfalls, nachdem ich heute für meinen Geschmack viel zu früh vom Papagei meiner Nachbarin aufgewacht bin – und dank seiner Singerei auch nicht mehr einschlafen konnte – beschloss ich, dass ich nicht noch so einen Tag haben möchte. Ich soll mich schonen wegen dem Zahn, ja, aber alles hat seine Grenze, und meine Grenze ist bei zwei Tagen zuhause erreicht. Ich muss raus.

Mein Kopf ist immer noch voller Nebelschwaden und ich habe keine Idee, für mein Fotoprojekt. Ich fühle mich unmotiviert und habe auf nichts Lust. Aber: ich habe mich aus dem Bett gequält, ich sitze bei Starbucks und trinke eine große, leckere Chai Latte, und die Sonne scheint mir auf das Handy Display. Das Leben ist schon nicht mehr ganz so grau wie gestern, und die #sundaymood löst ganz langsam die Melancholie ab.

Geht doch.

2 Gedanken zu “Sundaymood

  1. autistanbord schreibt:

    Sundaymood hätte ich auch gerne… Allerdings nur in der Theorie. Bei mir steht heute nochmal ein fast voller Arbeitstag an. Nicht, weil ich müsste, sondern weil ich will, da ich nicht abschätzen kann, wann bei uns das nächste Chaos auftritt, dass ich so entspannt wie möglich bleibe. Dazu gehört für mich nun mal ein gleichmäßiger Tagesablauf ohne Unterbrechung durch Wochenenden.
    Blöd, wenn man gleichzeitig noch 20 Bücher lesen und Privatprojekte machen möchte, für die man so einen freien Tag gut nutzen könnte.

    Falls du Lust und Zeit hast (aber wirklich nur falls… Weihnachtsbesuch klingt für mich schon wieder irgendwie stressig), könnte ich dich während des Weihnachtsbesuchs auch mal auf einen Kaffee einladen. Ich bin organisatorisch ab Anfang Dezember durchgehend in Deutschland.

    Gefällt 1 Person

    • Lela G schreibt:

      Oh je – das mit den 20 Büchern kann ich so gut nachvollziehen! Kaffe klingt gut, lass mich mal schauen wie mein Plan ist für die Weihnachtstage. Es ist schon wieder alles recht stressig und vollgepackt aber gerade deshalb könnte mir eine Auszeit evtl gut tun. Ich sag dir auf jedenfall sehr rechtzeitig Bescheid, ist das ok? 🙂

      Gefällt 1 Person

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