Neujahrsvorsatz

Normalerweise nehme ich mir fuer das neue Jahr nichts vor. Schon aus Prinzip, denn zu oft habe ich erlebt (bei mir selbst und in meinem Umfeld) dass diese Vorsaetze nicht lange halten und man dann doch ziemlich enttaeuscht ist, enttaeuscht von sich selber, irgendwie nicht so gut.

Vielleicht muss ich mir aber jetzt doch mal ein Ziel setzen. Nicht unbedingt als Neujahrsvorsatz, aber da das Jahr ja gerade erst angefangen hat, koennte man das wohl noch als solchen bezeichnen.

Das eine Ziel, das ich habe, ist bis ende des Jahres 1000 follower auf meinem Instagram Profil zu bekommen. Momentan bin ich bei knapp 300, das schwankt immer mal wieder. Das war aber eigentlich eher so zum Spass gesagt, aber natuerlich freue ich mich, wenn meine Bilder Aufmerksamkeit erregen. Hier koennt ihr mal schauen, wenn ihr Lust habt.

Der zweite Vorsatz ist etwas komplexer, wichtiger und ernsthafter.
Waehrend meinem Foto Unterricht gestern ist mir etwas aufgefallen, was schon immer da war, was ich aber nie gross beachtet habe. Diesmal hat Ronan, mein Mentor, wie ich ihn gerne nenne, mich darauf angesprochen und mich zum Nachdenken gebracht.

Sobald ich mich bei etwas beobachtet fuehle von jemandem, der in dieser Sache besser ist als ich, bin ich wie erstarrt. Das war schon so, als mein Ex-Freund mir Gitarrenunterricht geben wollte – obwohl ich kein totaler Anfaenger war, er war besser als ich, also konnte ich niemals vor ihm Gitarre spielen. Die Situation hat sich in meinem Leben x mal wiederholt, unter anderem auch gestern.
Ronan erklaerte mir einige Funktionen meiner neuen Kamera, erklaerte mir ein bisschen was ueber Bildaufbau und Einstellungen fuer Langzeitbelichtung am Tag. Dann bat er mich, ein Bild aufzunehmen, so wie ich es tun wuerde, mit allem was ich gelernt habe. Ich war wie erstarrt. Ich habe mich auf ein minimum beschraenkt. Wo ich sonst rum laufen wuerde, mich hinsetzen wuerde, verschiedene Perspektiven und Winkel testen wuerde, habe ich mich einfach nur hingestellt, und den Wasserfall, den ich fotografieren sollte, angestarrt. Anstatt die Kamera hoch zu nehmen und auszuprobieren, was gut aussieht, habe ich versucht, mit blossem  Auge alles abzuchecken. Ich stand einfach nur da, und erst als er an seinem Handy gespielt hat, fing ich an, mich ein klein wenig zu bewegen. Erst als er mir spielerisch in die Kniekehle getreten hat, habe ich mich getraut, auch bloed aussehende Positionen einzunehmen und andere Winkel auszuprobieren. Dinge, die ich sonst immer mache, waren ploetzlich eine grosse Herausforderung.
Aber warum? Ich kenne Ronan, wir sind mittlerweile gute Freunde und haben uns nicht zum ersten mal getroffen. Warum kann ich mich also nicht entspannen und das tun, was ich sonst auch tu?

Wir haben lange darueber geredet, denn durch mein Verhalten habe ich mir die Moeglichkeit auf noch bessere Fotos an dieser location verbaut, und ihm das Gefuehl gegeben, ein schlechter Lehrer zu sein. Er hat mich x mal gefragt, ob ich wirklich zufrieden war mit dem Unterricht, denn er hatte nicht das Gefuehl ich waere zufrieden. Wir waren uns einig, dass es mir gut tun wuerde, diese Angst vor dem Blamieren zu bearbeiten.

Meine erste Idee war, naechstes mal mehr ein Gefuehl von gemeinsam Fotografieren herzustellen, und weniger das Gefuehl von Unterricht. Wenn wir einfach gemeinsam los ziehen zum fotografieren, und er nebenher an seiner eigenen Kamera werkelt, fuehle ich mich weniger beobachtet und kann ihn trotzdem mit Fragen loechern, mir von ihm Dinge zeigen lassen und zum Schluss mit ihm all meine Fotos durch gehen und schauen was war gut, was haette ich anders machen koennen. Wir wollen das mal versuchen, vielleicht faellt es mir dann leichter.

Wenn ihr noch andere Ideen habt…bitte lasst es mich wissen. Ich muss wirklich ein wenig Selbstbewusster werden und mich nicht so verstecken – jeder hat mal klein angefangen!

 

 

5 Gedanken zu “Neujahrsvorsatz

  1. suzyintheflow schreibt:

    Jeder hat mal klein angefangen, jeder kennt Selbstzweifel und jeder kennt jemanden der noch besser ist! Also weg mit den ollen Hemmungen, mach was dir Spass macht und wenn du dazu auf den Bauch liegen musst, who cares?
    Ich hatte einmal eine Hündin aufgenommen, die hatte einfach Angst vor allem und jedem und alles wurde verbellt. Ich holte mir Hilfe und der ultimative Tipp war, sich nicht um den Hund zu kümmern sondern das „Objekt“ anzusprechen und zu plaudern bis mein Hund Vertrauen gefasst hat und sich beruhigt. Mit Spaziergängern ging das ja noch, aber ich habe auf Wiesen mit Traktoren geredet, an Hausecken mit Abfallsäcken! Ein paar schräge Blicke gab es schon. Egal. Die Aktionen haben der Hündin viel gebracht – und mir auch! Ich habe mich zum Affen machen müssen und NICHTS ist passiert, ausser dass ich stolz darauf war.
    Also, mach einfach drauflos, alle werden das Gefühl haben, du seist eine Profi-Fotografin und gerade daran etwas ganz tolles zu produzieren! Und das tust du ja auch.

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