Von Kreativität, Unwichtigkeit und unbekannten Freunden

Trotz dass ich in letzter Zeit ganz schön aus der Balance gekommen bin, mich sehr gestresst gefühlt habe und kaum schlafen konnte, war mein Hirn fleissig, kreativ und motiviert.  Noch dazu habe ich bei Suzy im Blog über Bullet Journals gelesen und damit eine gute Möglichkeit gefunden, meine kreativen Gedanken aufzuschreiben. Ich habe also zum ersten mal nicht jede Idee sofort auf dem Handy aufgeschrieben und hier veröffentlicht, sondern habe eine Liste angelegt, mit Themen, über die ich gelengentlich noch schreiben möchte.

Einer der Punkte war, wie die Iren mit Schönheitsidealen und Make up umgehen. Darüber wollte ich heute schreiben, aber dann habe ich in einem anderen Blog, den ich regelmäßig verfolge, über die Trauer der Blogschreiberin gelesen, die gerade ihre Mutter verloren hat. Da das ein sehr persönliches Thema ist, werde ich den Blog heute nicht verlinken. Jedenfalls hat mich der Beitrag – sowie auch die letzten Beiträge zum gleichen Thema – sehr berührt. Mir ist aufgefallen, wie verbunden man sich fühlen kann mit jemanden, dem man noch nie im Leben begegnet ist. Ich fühle mich, als würde ich sie besser kennen, als manche „Freunde“ im wahren leben, und ich bin mir relativ sicher, dass sie Dinge über mich weiß, die manche meiner engsten Freunde nicht wissen. Weil wir, geschützt von der Anonymität des Internets, viel ehrlicher, offener schreiben können, als wir es vielleicht mit unserem Umfeld tun. Mir geht es jedenfalls so.

Ich fragte mich also gerade, wie ich jetzt einen so banalen Blogeintrag schreiben kann, wo ich doch genau weiss, dass meine Blog-Freundin so eine schwere Zeit durchmacht. Es kommt mir irgendwie falsch vor. Aber vielleicht ist es auch gerade das, was ich jetzt brauche. Und wer weiss, sie vielleicht auch. Ein bisschen Normalität, ein Zeichen, dass das Leben weiter geht. Ich weiss es nicht. Aber manchmal brauche ich ein bisschen banale Berieselung einfach.

Die Iren sind ein sehr eitles Völkchen – die Frauen jedenfalls. Bei den Männern sieht das anders aus, hübsche, gepflegte Iren gibt es nicht oft. Bei den Damen stehen 5 kilo Schminke auf dem Programm, ohne die Kriegsbemalung geht man nicht aus dem Haus, nicht mal an den Briefkasten. Viele Iren sind eher hellhäutig, es ist hier aber mehr oder weniger Pflicht als junge Frau Selbstbräuner zu benutzen. Das resultiert natürlich in Orangefarbenen Flecken auf der Haut. Selbst die irischen Männer machen sich darüber lustig, aber trotzdem haben sie alle so eine laufende Orange zu Hause. Die Augenbrauen trägt man ja nun wieder etwas dicker, somit haben die meisten Irinnen schwarze, aufgemalte Balken im Gesicht. Auch sonst wird stark geschminkt, Augen, Lippen…. Hier gilt, mehr ist mehr! Auch Mode spielt eine grosse Rolle. Egal welche Figur man hat, ein bisschen auch egal welches Alter man hat, wenn etwas modern ist, dann trägt man es. Zum Ausgehen sind momentan Hosenanzüge in oder Bleistiftröcke aus Spitze mit passendem bauchfreien Oberteil. Das ganze muss dann natürlich fotografiert werden, dabei muss man die in High Heels steckenden orangefarbenen Beine kurz über dem Knie überkreuzen (ich habe das mal getestet, ich würde da umkippen!), dann muss man eine Hand in die Hüfte stemmen und sich leicht seitlich drehen. Natürlich nicht vergessen den Bauch einzuziehen, die Luft anzuhalten und die Lippen zu schürzen (Stichwort Schmollmund!!)

Ehrlich, ich schminke mich auch gerne, aber…. Ich frage mich immer, ob diese Frauen einen Spiegel zuhause haben? In Dublin kann man wirklich anhand der Schminke erkennen, ob es eine Irin ist oder eine andere Nationalität.

Fitness und ein gesunder Lebensstil sind auch hier momentan groß in Mode. Man isst in der Öffentlichkeit nur Salat, trinkt nur Wasser, und läuft bevorzugt in Sportleggins und Turnschuhen herum. Egal wo, egal wann. Das ist absolut Salonfähig, sozusagen. Es gilt auch hier: Egal welches Alter, egal welche Figur.

Konträr hierzu ist dann aber wieder wie viele Damen ich mit Lockenwicklern im Haar durch die Stadt gehen sehe. Beim Einkaufen, im Bus, an der Ampel: es vergeht kein Tag an dem ich nicht mindestens ein oder zwei Frauen mit Lockenwicklern im Haar sehe. Das habe ich in Deutschland noch nie gesehen, nicht auf offener Straße. Ich würde gerne mal eine ansprechen und sie fragen, wie das zusammen passt, immer gestyled und geschminkt, aber dann mit Lockenwicklern unterwegs?

Auch lustig finde ich die Frauen, die sich morgens im Bus schminken. Gestern erst saß eine neben mir – Doppeldecker, wir saßen oben, wo es ganz schön wackelt und ruckelt, da Dublins Straßen nicht gerade toll sind. In ihrer Handtsche fand sich mehr Schminkzeug als bei mir in der ganzen Wohnung, also eigentlich könnte sie Mengenmäßig einem Drogeriemarkt Konkurrenz machen. Es ging los mit Primer und Foundation – so weit so gut, ein bisschen Creme ins Gesicht schmieren würde sogar ich noch hin kriegen, auch beim Bus fahren. Dann ging es weiter, Kajal, Wimpernzange, Mascara, Lipliner, Gloss und Rouge. Alles während der Fahrt. Oben. Im Doppeldecker Bus. Ich habe wirklich darauf gewartet, dass sie sich eins der Gerätschaften ins Auge sticht. Oder sonst wo hin.

Ich schlafe viel zu gerne, als dass ich mir morgens die Zeit nehmen würde, mich zu schminken. Ich gehe ins Büro um zu arbeiten, nicht um gut auszusehen. Solange ich ordentlich und vorzeigbar bin, interessiere ich mich nicht für Schminke und aufwendige Frisuren. Wenn andere Menschen das anders sehen, kann ich das akzeptieren. Aber sich im Bus zu schminken? Das finde ich dann schon….irgendwie daneben.

 

 

 

5 Gedanken zu “Von Kreativität, Unwichtigkeit und unbekannten Freunden

  1. Miss Jones schreibt:

    Hahahaha, ja ja die Iren und ihr Stil. Ich hab mich auch immer wieder gewundert wie manche Leute da rum rennen, als ich noch in Dublin gewohnt habe. Ganz toll auch einkaufen im schlafanzug! Oder die Jogging-Hosen-Fraktion. Ganz schrecklich 😂

    Gefällt 1 Person

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