Samstagsfrust.

Ein sehr durchwachsener Tag heute.

Nach einer furchtbar unruhigen Nacht (schon wieder) wachte ich viel zu früh auf. Als die Uhr endlich eine vernünftige Uhrzeit zeigte und die Läden kurz vor dem Öffnen waren, war ich mittlerweile wieder so müde, dass ich wirklich mit mir haderte, ob ich überhaupt aufstehen will / soll. Ich konnte mich überwinden, stand auf und ging einkaufen. Mein Einkauf fiel sehr gesund aus – viel Gemüse, ein bisschen Obst. Als ich so an der Kasse stand und auf’s bezahlen wartete, schaute ich stolz auf meine Beute und dachte mir „so fühlt sich also Erwachsen sein an.“
Während ich auf meine Lieferung wartete (unser Supermarkt liefert kostenlos nach Hause, wenn man einen Mindestbetrag von 25 Euro ausgibt), machte ich den Abwasch, fegte und wischte den Boden und telefonierte mit meiner Mutter. Was für eine gute Hausfrau ich doch neuerdings bin!
Ich hatte gerade meine Einkäufe eingeräumt und meinen Haushalt fertig, da sah ich den Hund meiner Nachbarn durch den Garten stromern. Das Wetter war ganz okay, besser als vorhergesagt, und ich brauchte noch ein Foto für mein Projetk – diese Woche ist es Y. Ich dachte mir, „yard“ wäre ja ganz passend, schnappte mir die Kamera und rannte raus, um Scooby in unserem yard zu fotografieren. Zwei meiner Katzen gesellten sich dazu, und schwuppdiewupp hatte ich gefühlte tausend Fotos auf meiner Kamera.
Völlig begeistert und mit deutlich besserer Laune als nach dem aufwachen setzte ich mich an den Schreibtisch und bearbeitete meine Bilder. Viel mach ich ja nicht, aber hier einen Schatten aufhellen, da den Horizont begradigen…. Kleinigkeiten eben. Nebenher hörte ich die brandneue CD meiner Bekannten aus Belfast und pfiff fröhlich die Melodien mit.
Dann fing ich an mir Gedanken zu machen über meine fotografische Zukunft. Ok, das klingt jetzt echt doof irgendwie, so meine ich das gar nicht. Ich habe nicht vor jemals eine Karriere daraus zu machen. Ich möchte kein Geld damit verdienen, ich fotografiere nur, weil es mir spaß macht, und so soll es bleiben. Ein Hobby, mehr nicht. Trotzdem möchte ich besser werden, weiter kommen, lernen. Mein Alphabet Projekt wird nächste Woche zu ende gehen. Was dann? Das Projekt war meine Idee, mich erstens zu motivieren, neue Dinge auszuprobieren, herum zu probieren, und zum anderen um mich zu motivieren das Haus zu verlassen, das Bett zu verlassen, wenn ich mal wieder in einem Loch stecke. Hat das funktioniert? Ja, definitiv. Hab ich was dabei gelernt? Vielleicht, ein bisschen was. Nicht viel. Was mach ich also als nächstes? Ein neues Projekt? Wenn ja, welches?
Ich fing an, mich mit meinem Mentor darüber zu unterhalten. Ich schaute mir mein Instagram Profil an, was habe ich im letzten Jahr gepostet, in den letzten Monaten, Wochen. Wie viele likes habe ich für was bekommen. Mein Mentor meinte, ich müsste mir überlegen, in welchem Gebiet ich weiter kommen möchte. Worauf möchte ich mich spezialisieren? Das ist einfach. Am meisten Spaß macht mir Tierfotografie und Landschaften. Ich habe das Gefühl, in letzter Zeit nicht mehr weiter zu kommen. Meine Bilder sind gleichbleibend mäßig, ich habe keine bedeutenden Kenntnisse gewonnen, die durchschnittliche Anzahl der likes meiner Fotos sind gleich bleibend, ich habe nicht mal mehr neue Follower auf Instagram gewonnen. Ja, ich weiss, das sollte auch eigentlich nicht zählen, aber es ist doch in gewisser Weise ein kleines bisschen ein Anhaltspunkt für die Qualität meiner posts.
Mein Mentor bleibt bei seiner Aussage: Ich kann nicht rennen, bevor ich laufen kann.
Ich muss mehr üben, sagt er. Ich muss disziplinierter werden mit den Grundregeln des Fotografierens. Ich muss zurück zu den Anfängen, sozusagen. Erstmal muss es mir weniger um die Fotos selber gehen – ich muss die Einstellungen üben. Üben, üben, üben, bis ich alle Einstellungen im Schlaf kann und die Kamera blind bedienen kann. Okay ja, macht Sinn, aber ich dachte, das hätte ich die ganzen letzten Monate über gemacht? Nicht genug, sagt er. Weiter üben. Dann an meinem Bildaufbau arbeiten. Ich denke zu viel. Klar, es gibt gewisse Regeln beim Fotografieren, wie man ein Bild interessanter gestaltet. Ich denke aber zu viel, ich „zerdenke“ meine Kompositionen.
Ich habe Angst, wie gewisse mir bekannte Leute zu sein, die wahllos jedes Foto posten, ohne Bearbeitung, ohne nachzudenken. Krumm und schief der Horizont, überbelichtet, unterbelichtet, kreuz und quer. Ich will mich nicht blamieren, in dem ich solche Bilder poste. Also denke ich zu viel. Strenge mich zu sehr an. Die Fotos, die ich spontan mache, einfach weil es sich so ergibt, das sind meist meine Besten. Gleichzeitig weiss ich aber, dass ein guter Landschaftsfotograf seine Fotos im voraus plant. Es gibt gewisse Apps die einem genau sagen, wann die Sonne wo steht, so dass man sich ausrechnen kann, wann man das beste Licht hat. Viele Fotografen sitzen dann wirklich eine Stunde oder länger an einer Stelle, die Kamera aufgebaut, Bildkomposition, Einstellungen, alles schon vorbereitet, und warten nur auf den einen Moment. Dann drücken sie zwei, drei mal auf den Auslöser, bestenfalls haben sie dann drei gute Fotos, die sie aufeinander legen zu einem phänomenalen Foto. Ich hab sowas noch nie gemacht, aber ich bin auch nicht mehr so spontan mit meinen Motiven wie ich es einmal war.
Also was nun? Tierfotografie? Landschaften? Beides? Geplante Kompositionen, aber dabei weniger denken?
Ich würde gerade am liebsten aufgeben, es fühlt sich an, als würde ich niemals weiter kommen. Und ist es überhaupt noch ein Hobby, wenn man so verbissen versucht besser zu werden?
Ich bin wieder zurück bei meiner anfänglichen schlechten Laune von heute morgen.

Scooby close upScooby, mein Nachbar.

scooby doorGeduldig wartet er, dass er wieder rein darf.

Scooby noseAlter Mann (Hund) mit grauer Nase.

scooby waitingSesam öffne Dich, oder wie war das?

shoesDie Schuhe wohnten schon in dem Pott, bevor ich hier wohnte… Ich find sie toll!

tinsel french girl„Paint me like one of your French girls“ (Wenn Trüffel so da liegt muss ich immer an „Titanic“ denken, die Szene in der Rose sich von Jack zeichnen lässt)

tinsel oscar windowOscar und Tinsel

tinsel plant potTinsel linst vorsichtig um die Ecke, ein wenig Abstand hält sie von den Hunden schon.

2 Gedanken zu “Samstagsfrust.

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