Das bisschen Haushalt macht sich von allein sagt mein Mann

….aber zum Glück hab ich ja keinen Mann, somit kann das auch keiner sagen, denn wenn ich einen Mann hätte und er würde das zu mir sagen, dann würde ich ihn vermutlich hochkant raus schmeissen. Oder selber gehen und ihn den Haushalt machen lassen.

Haushalt und ich – wir haben uns noch nie gut vertragen. Zum einen ist es mit drei Katzen in einem regnerischen Land mit weißen Fließen fast unmöglich die ganze Wohnung auf einmal oder überhaupt länger als drei Minuten sauber zu halten. Zum anderen hat mich aufräumen und putzen, egal wie viel oder wenig es war, schon immer angestrengt. So angestrengt, dass ich die schöne, ordentliche Wohnung hinterher nie genießen konnte, weil ich einfach mit den Nerven am ende war. Ich habe auch immer schon beim aufräumen so verkrampft, dass ich zum Beispiel grundsätzlich immer vom Staubsaugen Muskelkater habe. Immer. Ich weiß wirklich nicht warum, ich fühl mich in Chaos nicht sonderlich wohl und in Dreck schon drei mal nicht, aber Ordnung halten ging halt auch nie so ganz richtig.

Seit längerer Zeit – eigentlich mit wenigen Unterbrechungen seit ich nach Irland gezogen bin – habe ich (wieder) meinen Rhythmus: immer am Wochenende ist ein Tag reserviert für Aufräumen, Putzen, Einkaufen. Klar, je öfter / regelmäßiger man es macht, desto schneller ist man fertig. Kürzlich habe ich ja auch den totalen Großputz gemacht, somit ist es momentan sowieso alles nicht so dramatisch, und meine Bude ist ja auch wirklich überschaubar. Heute zum Beispiel habe ich nur eine halbe Stunde gebraucht – mit Abspülen, Aufräumen, Bad putzen und Boden wischen – und danach saß ich auf dem Sofa und konnte tatsächlich genießen, was ich sah!

Da habe ich wohl, ohne es zu merken, einen riesigen Schritt gemacht. Ich erinnere mich gut daran, wie ich morgens im Bett lag, nicht aufstehen wollte, lauter Ausreden hatte, warum ich jetzt noch nicht anfangen kann…dann habe ich mich irgendwann überwunden, meistens erst am späten Nachmittag, und in der Regel dauert es wirklich nicht lange – aber trotzdem war ich hinterher fix und fertig mit den Nerven. In den letzten  Wochen hingegen stehe ich morgens auf, oft sogar noch bevor die Läden öffnen, bin dann eine der ersten im Shopping Centre, bevor der große Ansturm kommt, und wenn ich nach Hause komme, fange ich sofort an zu Putzen. Hinterher setze ich mich auf mein Sofa, mach ein paar Kerzen an und kann es einfach genießen.

Nur zwei Dinge sind mir im Haushalt nach wie vor völlig unverständlich und ein totales Rätsel, wie andere Menschen das hinbekommen:

  1. Boden wischen. Fange ich im Bad an und arbeite mich in Richtung Bett vor, kann ich zwar auf dem Bett entspannen, während der Boden trocknet, aber dann habe ich die ganzen Putzgerätschaften (also eigentlich nur den Mop) neben dem Bett stehen, was wiederum eine Gefahr darstellt wegen der Katzen (ich muss immer aufpassen, dass nichts umkippt, ausläuft, etc pp) Fange ich am Bett an und arbeite mich zum Bad vor, kann ich zwar den Mop direkt auswaschen und weg räumen, bin dann aber sozusagen mit Füßen in der Luft auf dem Klo sitzend gefangen bis der Boden trocken ist. Wie putzt man bitte einen Boden, ohne dabei durch die bereits gewischten Stellen zu laufen?
  2. Wie hält man die Ordnung länger als 3 Minuten? Fange ich am Bett an aufzuräumen, bis ich beim Sofa angekommen bin, hat mindestens eine Katze schon wieder irgendwelche Pfotenabdrücke hinterlassen, etwas umgeworfen, das frisch gemachte Bett wieder zerwühlt oder sonst was angestellt. Wenn ich dann vom Sofa Richtung Bad weiter arbeite, kann ich mich darauf verlassen, dass vermutlich die andere Katze wieder Kissen vom Sofa geworfen haben oder irgend ein Spielzeug unter dem Bett gefunden hat und selbiges welches nun fröhlich durch die Gegend kickt. Wische ich den Boden, kann ich mir sicher sein, dass eine Katze durch die Nasse stelle rennt und mit den nassen Pfoten dann entweder auf dem (Glas) Sofatisch oder auf dem Bett spazieren geht. Ausserdem schaffe ich es auch nie, egal wie viel ich Staubsauge, zusammen fege oder den Boden wische, keine Katzenhaare und keine Pfotenabdrücke zu finden. Oder meine eigenen Haare. Irgendwas ist immer irgendwo doch plötzlich wieder da. Schmeiße ich meine Katzen raus, machen sie Radau vor der Tür weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Lasse ich sie drinnen, jagen sie den Besen und verteilen damit alles zusammengefegte wieder schön in allen Ecken…

Manchmal gebe ich einfach auf, mache, so gut es geht, und zucke beim Rest mit den Schultern. Haushalt und ich – das ist einfach keine gute Kombination.

2 Gedanken zu “Das bisschen Haushalt macht sich von allein sagt mein Mann

  1. samybee schreibt:

    Ich habe den Trick von meiner Putzfrau gelernt: wenn sie übers frisch gewischte laufen musste, dann zog sie die Schuhe aus, nahm sie in die Hand und lief auf Socken drüber. Wichtig! Auf Socken, nicht barfuß. Barfuß sieht man auf glatten Böden Fußabdrücke…

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s