Fragestunde die erste

Samybee hat gefragt, wie, wann und warum ich meine Katzen bekommen habe. Das möchte ich gerne erzählen, meine Katzen sind schließlich ein wichtiger Teil meines Lebens und gehören somit auch irgendwie zu meinem Blog.

Meine Eltern sind beide nicht besonders Tierlieb – wobei, sie sind auch nicht Tierunlieb, sie mögen nur eben keine Tiere im Haus. Daher war das einzige Haustier, das ich in meiner Kindheit je hatte, eine Schildkröte, bzw. vier Schildkröten. Landschildkröten. Zwei griechische, zwei maurische. Laaaaaaangweilig…..gähn. Zumindest für ein kleines Kind. Ich hab immer von Katzen geträumt, von Hunden, Pferden….eben was kleine Mädchen so träumen. Ich erinnere mich noch daran, dass ich meine ältere Schwester um Rat fragte: ich war mir nicht sicher, ob ich lieber einen Prinzen heiraten wollte (rosa, Glitzer, Kleider, Schlösser, Krönchen….hach fand ich das alles toll) oder einen Bauern (der Tiere wegen).

Als ich zu Hause ausgezogen war, dauerte es also nicht lange, bis ich meine erste Katze hatte. Sunny, schwarz mit leichten streifen im Fell, ein tolles Tier.

Leider lebt er nicht mehr, aber das ist jetzt hier nicht so wichtig. Zur ersten Katze kamen diverse Ratten und Degus, die ich mit meinem damaligen Freund zusammen hatte. Nachdem Kater Sunny nicht mehr war, mussten selbstverständlich neue Katze(n) her, und irgendwie hatte ich schon immer einen Hang zu Notfalltieren.

Ich bekam einen Babykater, ein Notfall da von der Mutter verstoßen. 5 Wochen alt war er, und Agent Fuller hieß er. Ich war seine neue Mama, er nuckelte an meinem Ohrläppchen oder meiner Oberlippe und wich mir nie von der Seite – bis er 2015 im Mai starb. Fullis erster Tag bei mir

So süß es auch war, diese kleine Katze aus der Tierhilfe zu haben…. Fulli war einsam. Also musste ein Kumpel – oder eine Kumpeline – her. Es dauerte also nicht lang, Januar 2009 war das, bis wir (mein Ex und ich) wieder bei der Katzenhilfe standen. Frisch tätowiert (damals machte man das wohl noch so) und sterilisiert saß da in der Ecke eine wunderschöne graue Katzendame, etwas schüchtern aber mit einem hoffnungsvollen Blick in den Augen: Lady Truffles.

Trüffis erster Tag bei mir

Trüffi, Trüfftrüff, Trüffelschwein, Schwinderl, Trütrü oder Trüffelchen, wie ich sie gern nenne, wurde aus einem Katzen-Messi-Haushalt gerettet.  Dort lebten ca. 25 Katzen auf engstem Raum, es gab kaum genug Futter für alle und vermehrten sich ungehindert weiter. Auch Trü entstammt der dortigen Inzucht und hat daher immer wieder Gesundheitliche Probleme: sie kann nicht höher als mein Bett springen, da ihr sozusagen die Federung in den Hinterbeinen fehlt. Ihre Zähne hat sie schon vor 4 Jahren verloren, und die Tierärzte haben mir schon mehrfach gesagt, dass man leider damit rechnen muss, dass sie nicht ganz so alt werden wird, wie manch andere Katzen. Als ich sie bekam, wurde sie auf ein Jahr geschätzt, als sie ihre Zähne raus bekam, wurde sie auf 4 – 6 Jahre älter geschätzt. Ich weiss nur, dass sie mir in letzter Zeit Sorgen bereitet.

Anfangs klappte das mit Fulli und Trüffi gut, sie hat einen guten Mutterinstinkt und hat Fulli immer betüddelt. Als er jedoch als Teenager zum Rabauke wurde, gab es immer mehr Zoff und keiner von den beiden war wirklich zufrieden. Trüffel fühlte sich gestört, und Fuller fehlte ein Spielkamerad. Als ich mich von meinem Ex trennte und ende 2010 alleine in eine größere Wohnung zog, behielt er die Käfigtiere und ich nahm die Katzen mit. Ich hatte ja jetzt mehr Platz, also beschloss ich, für Fulli einen Spielkamerad zu suchen. Ich stand also mal wieder bei der Tierhilfe und sollte eigentlich einen ca. einjährigen Tiger anschauen. Als ich jedoch zur Tür rein kam, mauzte mich auf Augenhöhe vom Kratzbaum aus ein orangenes kleines Fellknäuel an, sprang in einem Satz herunter und rannte mir um die Beine. Ich verliebte mich auf der Stelle, und nach einer bangen Woche (meine neue große Liebe  war bereits reserviert) erhielt ich den Anruf: die Familie wollte doch keine Katze, der Kater war wieder verfügbar und ich konnte meine Transportbox packen und Sir Oscar abholen!

Als ich Oscar das erste mal hielt

Oscar war damals ca. 5 Monate alt und sollte eigentlich Smurf heißen. Als wir zu Hause ankamen, nahm we sofort die ganze Wohnung in Beschlag und führte sich auf, als hätte er noch nie wo anders gewohnt – trotz der beiden ihm fremden Katzen. Ich telefonierte mit meiner Schwester und erzählte ihr „der ist frech wie Oscar!“ und dabei blieb es dann. Oscar. Eigentlich lustig, dass er damals so selbstbewusst war – jetzt ist er das genaue Gegenteil, er ist der schüchternste von meinen dreien.

Im Mai 2015 starb Fulli recht überraschend an Krebs. Die Urne mit seiner Asche steht auf meinem Kaminsims, so ist er trotzdem immer bei mir.


Trüffi, Oscar und ich zogen dann, wie wohl allen hier bekannt sein dürfte, im Januar 2017 nach Irland. Die Katzen insgesamt 2 Monate lang in Deutschland zurück zu lassen, war für mich die Hölle. Aber als sie im Februar 2017 nach einer 27 Stündigen Autofahrt mit meinen Freunden endlich hier ankamen, war die Freude um so größer.
Im Juni 2016 war ich gerade im Urlaub in England, in Totton, als mir die Nachbarin eine Nachricht schickte. Über eine Freundin hat sie von Katzenbabies erfahren, die im Weg waren und „weg“ mussten. Bevor sie „beseitigt“ wurden (ich will nicht wissen, wie das ausgesehen hätte), haben die Nachbarn zwei und ich eine davon genommen. Slash (der schwarze), Toulouse (die weiße) und meine kleine Prinzessin Tinsel, oder auch…Tins, Tinselpinsel, Monster genannt. Tinsis erster Abend bei mir

Viel zu jung waren sie da noch, und vor allem Tins, die bei mir ja die einzige kleine Katze war, litt erstmal darunter. Es dauerte nicht lange, bis Trüffi und auch Oscar sie akzeptierten. Jetzt erwische ich die drei oft, wie sie sich gegenseitig putzen oder Nachts zusammen gekuschelt da liegen.

In den Zeiten, in denen es mir richtig schlecht ging, dachte ich manchmal daran, die Katzen her zu geben. Ich hatte das Gefühl, ihren Bedürfnissen nicht gerecht zu werden. Ich weiß aber, dass ich es nie über das Herz gebracht hätte! Meine Katzen gehören zu mir, meine Katzen sind meine Familie. Wenn es mir schlecht geht, merken sie das und legen sich zu mir. Nichts beruhigt so gut, wie das Schnurren einer Katze. Wenn ich morgens aufwache weil mich ein Katzenschwanz im Gesicht kitzelt, mich von der anderen Seite des Kopfkissens zwei Knopfaugen anblinzeln, meine Beine taub sind vom Gewicht meines Katers und mein ganzes Bett durch das Schnurren vibriert, dann bin ich für einen klitzekleinen Moment der glücklichste Mensch auf Erden.

2 Gedanken zu “Fragestunde die erste

  1. suzyintheflow schreibt:

    Schön, dass du so ein großes Herz für Katzen hast. Ich vermisse unsere Katzen sehr! Wir haben Ihnen gute Lebensplätze gefunden, denn auf dem Boot wären sie nicht glücklich geworden. Wir halten immer noch Kontakt mit ihren neuen Familien, das vermindert das schlechte Gewissen etwas. Deine Schnurrlis scheinen sich pudelwohl zu fühlen bei dir. Süsse Bilder!

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    • Lela G schreibt:

      Ach, in mein Herz würden durchaus auch ein paar Hunde, Pferde, Esel, Lamas, Schweinchen…..etc. passen, nur in meine Wohnung und in meinen Geldbeutel leider nicht. Ich kann mir vorstellen wie schwer es euch gefallen sein muss, die Katzen her zu geben. Vielleicht könnt ihr sie ja mal besuchen! Und ihr habt ja noch die Hunde 🙂

      Gefällt 1 Person

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