Grosse Herausforderung

Für meine geplante Ernährungsumstellung (dazu lese ich gerade das Buch „Eat to Live“ von Joel Fuhrman, sehr empfehlenswert!!) hätte ich gerne einen funktionierenden Gefrierschrank.
In meiner Küche steht einer. Der war bei meinem Einzug aber so vereist, dass die Tür schon gar nicht mehr zu ging – oder vielleicht ging die Tür nicht zu, und er war deshalb so vereist? Ich weiss es nicht.
Mit Hilfe einer Freundin stellte ich das ganze Ding damals einfach vor die Tür und lies es abtauen. Wir putzten es und stellten es wieder zurück. Irgendwann hatte ich mal eine Putzfrau da, die den Gefrierschrank ebenfalls putzte.

In Vorbereitung auf meine Ernährungsumstellung wollte ich das Gerät also nun wieder in Betrieb nehmen. Das stellte mich aber vor eine größere Herausforderung, als erwartet.
Ich finde es unheimlich schwierig, Dinge zu benutzen, die nicht mein Eigentum sind. Ob es nun eine fremde Dusche ist, ein fremdes Klo, oder eben ein fremder Gefrierschrank: es ekelt mich. Sehr.
Normalerweise brauche ich ein paar Tage, um es „mein eigen“ zu machen, und dann geht es. Bei manchen Sachen klappt das nicht. Zum Beispiel bei meiner Küche hier. Da benutze ich immernoch nur wenige Teile, Herd und Backofen z.B. gar nicht, einen großteil der Schraenke auch nicht, da in denen Sachen sind (Teller Besteck etc) das den Vormietern 7 der Vermieterin gehört, und auch das ekelt mich an. Ich habe einen Minibackofen neu gekauft, der für mich die optimale Größe hat und den ich benutze.
An den Kühlschrank konnte ich mich zum Glück auch gewöhnen.

Nun aber der Gefrierschrank. Trotz mehrfachem putzen und Tür leicht geöffnet lassen, fanden sich um den Rand der Tür ein paar kleine Schimmelflecken. Mit viel Überwindung und konzentriertem Atmen konnte ich das alles weg putzen.
Danach ging es daran, den Stecker zu suchen, der war aber so an der Rückseite des Gefrierschranks befestigt, dass ich das ganze Gerät hervor ziehen musste. Hierbei half meine Nachbarin und lachte sich kaputt, als ich beim Blick hinter den Schrank zu würgen anfing.
Hier in Irland sind viele Häuser von Schimmel befallen. Ich habe zu Glück nur eine einzige etwas feuchte Ecke, und die ist hinter jenem Gefrierschrank. Noch dazu kommt, dass einige der Katzenspielzeuge sich dahinter gesammelt haben, und wie das eben oft so ist hinter Möbelstücken / Gerätschaften, auch einiges an Staub etc. Eigentlich war es jetzt nicht sooo dramatisch. Aber ich kann sowas nicht.
Manche Leute, die nehmen ja einfach Schwamm und Wasser und fangen an zu putzen, egal wo, egal was. Meine Freundin, die ist so eine. Handschuhe an, Fenster auf und los gehts. Völlig egal. Ich kann das nicht. Mich kostet das eine wahnsinnige Überwindung, und bei Sachen die das normale „Putzen Wischen Saugen“ übertreffen, ekel ich mich so sehr, dass es mich würgt. Heute hat es mich sehr gewürgt, sehr. Meine Nachbarin konnte das gar nicht verstehen, für sie war das ganz einfach. Kurz mal bisschen sauber machen und gut ist! Mich hat es so gewürgt, dass ich die Gallenflüssigkeit schmecken konnte und dachte, mein Abendessen sieht gleich nochmal das Tageslicht.

Jetzt ist der Gefrierschrank an, und er ist laut. Und er nervt mich. Und ich bilde mir ein, dass die ganze Wohnung stinkt und „kontaminiert“ ist. Meine Mutter, meine Cousine, alle sagen mir, ich kann stolz auf mich sein. Ich hab’s geschafft. Der erste Schritt ist getan, jetzt muss ich nur morgen früh schauen, ob er auch wirklich funktioniert / gefriert. Ich kann aber nicht stolz sein, oder erleichtert. Ich bin einfach nur erschöpft. Für mich war das mental so anstrengend, und auch körperlich, dank dem Würgereiz, dass ich einfach nur fix und fertig bin. Ich möchte mich in meinem Bett vergraben und die ganze Welt ausblenden. Eigentlich wollte ich heute noch eine Einkaufsliste für morgen schreiben, aber ich weiss genau, ich würde jetzt die Hälfte vergessen, ich bin zu erschöpft.

Ich bin mir ehrlich nicht sicher, ob ich den Gefrierschrank nicht morgen wieder ausstecke. Er ist laut, ich bilde mir ein, dass er stinkt, und ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht jedesmal würgen werden, wenn ich ihn öffne. Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll, ohne den Gefrierschrank wird meine Ernährungsumstellung noch härter, als sowieso schon, aber mit fühle ich mich auch nicht wohl.

Egal – das wird sich alles morgen zeigen. Heute muss ich erstmal schlafen und die Welt ausblenden.

Gute Nacht!

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