Blutbad

Am Donnerstag kam ich heim und wie immer wartete mein Kater im Schuppen neben dem Haus auf mich. Die anderen beiden Fellnasen waren den Tag über in der Wohnung geblieben. Wie immer rannten die drei kreuz und quer durch die Bude, zwischen meinen Beinen durch, sprangen auf den Stuhl, auf den Tisch…das übliche. Katzen halt.

Es dauerte nicht lange, bis ich die Blutspur bemerkte. Überall. Auf meinem weißen Fliesenboden, auf dem Tisch, auf dem Stuhl, auf dem Bettpfosten…überall. Der Übeltäter war schnell gefunden: mein Kater blutete am Bein. Nicht nur ein bisschen, nein, das Bein war in Blut getränkt!

Nun ist selbiger Kater aber nicht besonders anhänglich und lässt sich nicht gerne anfassen. Ich konnte nichts erkennen und entschied mich daher, lieber schnell noch zum Tierarzt zu gehen, bevor der schließt. Meine Vermieterin bot netter weise an, uns zu fahren, aber Herr Kater wollte nicht in den Transportkorb. Nein, er fand es eine bessere Idee, mich so zu zerkratzen, dass ich fast noch mehr blutete als er!

In eine Decke gewickelt schaffte ich es dann doch, ihn ins Auto und zum Tierarzt zu bekommen. Es war um Glück nur ein kleiner Schnitt, nichts schlimmes – aber manchmal bluten ja die kleinen Schnitte mehr als die großen Wunden… Er bekam einen Druckverband und durfte wieder nach Hause.

Natürlich warf er mir den ganzen Abend bitterböse Blicke zu – der Verband passte ihm so gar nicht! Aber so nervig meine jüngste Katze auch ist, bei sowas ist sie sehr sensibel! Die ganze Nacht kuschelte sie sich an Herrn Kater und schleckte ihm den Kopf.

Freitag Abend durfte ich den Verband abnehmen, laut Tierarzt. Die Rechnung hatten wir aber ohne Herr Kater gemacht: innerhalb von Sekunden war der Schnitt wieder offen und ich hatte eine regelrechte Pfütze Blut unter ihm! Natürlich hatte der Tierarzt schon zu, und da das schon der zweite Besuch diesen Monat war (Oma-Katze hatte hohes Fieber und eine Blasenentzündung nur eine Woche davor), dachte ich, ich bekomme das selbst geregelt.

Ich rannte also zur Apotheke, besorgte einen Verband, holte den Nachbar. Versuchte, Herrn Kater festzuhalten, damit der Nachbar den Verband dran machen kann. Klappte nicht. Wir holten also noch einen Nachbar. Zu zweit hielten wir den Kater, der dritte machte den Verband dran. Also, so war der Plan.

Herr Kater schaffte es, sich zu befreien und davon zu rennen.

Bis wir ihn mit Schinken wieder her gelockt hatten, hat seine Wunde endlich aufgehört zu bluten. Da ich mit meiner Erkältung dieses Wochenende sowieso im Bett bleiben wollte, beschloss ich, den Kater einfach auch in der Wohnung zu behalten, bis der Fuß ganz sicher zugeheilt ist.

Hat soweit auch geklappt. Aber ich sehe schon ein bisschen aus, als hätte mich jemand verprügelt…..

7 Gedanken zu “Blutbad

  1. samybee schreibt:

    Ich habe noch immer durchlöcherte T-Shirts aus der Zeit, als unsere kleine Mieze ins Bein gebissen wurde und sie jeden Tag zwei- bis dreimal den Verband gewechselt bekommen musste für über einen Monat lang. Die Wunden an Armen und Händen (und manchmal auch im Gesicht 😩) sind verheilt, die Löcher blieben. Aber das Bein ist noch dran. Nur dass die Katze das nicht zu schätzen weiß 🙄😉.

    Gefällt 1 Person

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