Auf den Pfaden U2s

Gestern war ich gebucht, eine Tour zu führen. Zwei Amerikanerinnen Ende 40 / Anfang 50, die wegen der U2 Konzerte für 3 Tage in Dublin waren. Eine der beiden war schon bei 114 U2 Konzerten und 4 mal in Dublin, die andere ist verwitwet und die typische Amerikanerin – ich schaue Sex & the City nicht, aber so stell ich es mir vor: Affäre mit dem beinahe halb so alten Personal Trainer, stark geschminkt (und vermutlich auch operiert oder gebotoxt), und sehr überschwänglich in allem, was sie tut.

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass die Tour blöd wird. Dublin ist eine sehr kleine Stadt, und wenn jemand schon 4 mal hier war, hat man wirklich jeden Pflasterstein gesehen. Jeden. Zum Glück entschieden sich die beiden dafür, lieber doch ein wenig Natur zu sehen.

Auf dem Weg zum Zug machten wir einen Abstecher zu den Windmill Lane Studios, wo U2 (und andere Künstler wie zB Van Morrison) ihre Alben aufnehmen. Eigentlich wollten wir nur schnell ein Foto machen, da es sowieso auf dem Weg lag. Aber als wir ankamen, war die Tür nur angelehnt, und die Witwe, nennen wir sie mal Bubbly (wegen ihrer überdrehten Art) steckte natürlich prompt den Kopf rein. Zufällig unterhielt sich der Direktor des Studios gerade mir dem Rezeptionisten, und nach einem kurzen Schwatz (Bubbly hatte keine Hemmungen) wurden wir eingeladen, das Studio anzuschauen. Die beiden Damen waren natürlich komplett von den Socken, und auch ich fand das ganze recht interessant.

Es ging weiter nach Dalkey, wo wir erstmal in meinen dortigen Lieblingspub gingen (der Apple Crumble…mhhh…). Während dem Essen zeigten wir uns gegenseitig Fotos unserer Katzen & Hunde – spätestens da wusste ich, dass ich mir um den Erfolg dieser Tour keine Sorgen machen muss. Da Bubbly wirklich sehr bubbly war und mit allem und jedem spricht, dauerte es nicht lange, bis wir mir einem Ehepaar, Stammgästen des Pubs, im Gespräch waren. Die beiden erwähnten, dass Bono und The Edge regelmäßig in genau diesem Pub Mittagessen. Diese Info löste eine Begeisterung aus, die ich so eher bei 14 jährigen Mädels erwartet hätte. Aber gut – mich hat’s gefreut, dass ich zufällig den richtigen Pub ausgewählt hatte.

Wir liefen an der Küste entlang zum Colimore Harbour, auf den Hügel des Dillon Park, von wo man einen wunderschönen Blick über die gesamte Dublin Bay hat, und weiter über den Killiney Hill. Die beiden waren begeistert von der Aussicht und von den wunderschönen Villen in der berühmten Vico Road. Ich selbst liebe diese Gegend sowieso, und auch wenn ich leider keine Fotos machen konnte (ich war schließlich der Guide und nicht zum Vergnügen da) genoss ich es sehr, bei Sonnenschein in einer meiner liebsten Gegenden mit zwei lustigen Frauen unterwegs zu sein.

Wir kamen am Manderly Castle vorbei, in dem die Sängerin Enya wohnt, was die beiden Damen dazu veranlasste, „Sail Away“ zu singen – zum Glück war niemand in Hörweite.

Obwohl ich normal kein Fan vom Stars stalken bin – die haben schließlich auch ein Recht auf Privatsphäre – zeigte ich den beiden natürlich das Tor zu Bonos Anwesen. Wo Bono wohnt ist in Dublin „common knowledge“ – jeder weiss es, trotzdem steht nie jemand vor den Toren. (Auf Instagram findet man aber natürlich viele selfies mit genau dem Tor im Hintergrund). Bubbly lies es sich nicht nehmen vor den Security Kameras herum zu hüpfen, und sie schaffte es tatsächlich, dass Bonos Security Mann zu uns raus kam.

Und verdammt, war der süß! (Hätte ihm ja gerne meine Telefonnummer gegeben, aber er hätte ja eh nur gedacht, ich will an Bono ran kommen. Dabei interessier der mich ja nicht die Bohne)

Zurück zu meiner Tour. Der Security Typ war sehr freundlich, machte ein Foto von den beiden Damen (hinterher bereuten sie ihn nicht mit aufs Foto gebeten zu haben) und bat uns dann, weiter zu gehen, was wir selbstverständlich auch taten.

In dem Pub, in dem wir anschließend noch waren (in Dublin City), erzählten die beiden (vorallem natürlich Bubbly) jedem, dass sie von Bonos Security Typen fotografiert wurden. Und wie das in Dublin eben so ist, erzählte die Kellnerin, dass sie eng befreundet ist mit Bonos und The Edges Söhnen.

Als wir uns nach 8 gemeinsamen Stunden verabschiedet haben, hatten beide Frauen ein dickes Grinsen im Gesicht (und freuten sich auf Konzert Nr. 2 an diesem Wochenende).

Irgendwie habe ich mich von der Begeisterung anstecken lassen und war ziemlich aufgeregt über die Tatsache, dass jeder hier so freundlich ist – selbst der Security Typ – und die Stars so mitten drin leben, ganz normal im Pub Mittagessen, wie jeder normale Mensch auch.

Es war eine tolle Tour!

Sorry für die schlechte Bildqualität- das waren Handy Schnappschüsse.

im Foyer des Hotels

Aussicht von Dillons Park nach Killiney

zwischen den Bäumen oben in der Mitte sieht man Manderley Castle, wo Enya wohnt. Schräg rechts darunter das weiße Haus in den Bäumen versteckt ist Bonos Anwesen. Fotografiert vom Bahnhof.

Blick von Vico Road auf Sorrento House (das weiße lange Gebäude) und Sorrento Cottage (das kleine Backsteinhaus), in dem vor einigen Jahren The Edge gelebt hat. Ist das nicht ein herrlicher Ausblick?!

5 Gedanken zu “Auf den Pfaden U2s

Schreibe eine Antwort zu Lea Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s