Trauma

no matter how dark it seems, there will be light again.

Eine mir über sieben Ecken, aber nicht persönlich, bekannte Familie hat diese Woche ihre knapp 7 jährige Tochter verloren.

Das eigene Kind zu verlieren ist sicherlich eins der schlimmsten Dinge, die einem überhaupt passieren können und ich kann mir nicht mal annähernd vorstellen, wie sich die Eltern und der Bruder jetzt fühlen müssen. Ich habe diese Woche auch schon ein paar (viele) Tränchen deswegen verdrückt, die Vorstellung was diese Familie durch macht war für mich sehr emotional.

Heute ist die Beerdigung und meine Gedanke wandern immer wieder zu diesem schrecklichen Schicksalsschlag. Wie glücklich ich mich doch schätzen kann, dass ich noch nie den Tot eines so nahestehenden Menschen erleben musste. Und ich bin auch wirklich dankbar, dass ich da (noch) nicht durch musste!

Aber dann fiel mir etwas ein, was ich kürzlich auf Instagram bei einer Paychologin gelesen habe – leider kann ich es nicht mehr finden. Es ging darum, dass Traumapatienten eins gemeinsam haben: sie denken immer, dass ihr eigenes Trauma, im Vergleich zu anderen, gar nicht so schlimm ist. Das hat damit zu tun, dass traumatisierte Menschen in der Regel denken, sie wären es nicht Wert, die Aufmerksamkeit zu bekommen, sie hätten das Trauma verdient.

Dieser Gedanke hat mich daran erinnert, dass man Traumas nicht vergleichen kann. Der Tod eines Kindes ist dramatisch, aber häusliche Gewalt, ein Autounfall, psychische Gewalt oder sexueller Missbrauch sind es auch. Anders schlimm, aber auch schlimm. Nicht vergleichbar.

Das Trauma, das diese Familie gerade durchlebt, ist furchtbar, und ich habe großes Mitgefühl mit ihnen.

Dadurch wird mein persönliches Trauma aber nicht herabgesetzt, verkleinert oder sonst wie verändert. Mein Trauma verdient genauso viel Aufmerksamkeit – durch mich, und in der Vergangenheit auch durch meine Therapeutin.

Das ist das erste mal, dass ich meine eigenen, persönlichen Erfahrungen von den Erfahrungen anderer so bewusst abgrenzen kann. Das erste mal, dass mir das überhaupt auffällt. Und es lässt mich überlegen, ob meine übermäßige Emotionalität vielleicht damit zu tun hat, dass es mir immer leichter fällt um jemand anderen zu weinen, als für mich selbst. Ich bin schließlich sowieso Wertlos, laut meinem Trauma und dem inneren Kind, richtig?

Ich glaube, diese Erkenntnis ist ein Riesen Schritt für mich. Ein enorm großer Schritt. Also, richtig richtig groß.

Es tut mir nur wahnsinnig leid, dass er auf so einem schrecklichen Ereignis basiert.

Ruhe in Frieden, Lu.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s