Wenn der Druck zu groß wird

Achtung, könnte triggern.

Manchmal, wenn es mir nicht gut geht, so gar gar gar nicht gut, versuche ich – in der Regel unbewusst – meinen emotionalen Schmerz durch einen physischen zu überdecken. In der Vergangenheit habe ich mir da schon mal den Arm oder ein Bein großflächig aufgekratzt, so grossflächig, dass man es kaum verbinden konnte und sich die Fasern der Kleidung regelrecht in die Wunde gefressen haben. Danach ging es mir zwar meist besser, gleichzeitig fühlte ich mich aber auch irgendwie schuldig, schlecht, denn ich hatte ja etwas getan, was man nicht tun sollte. Die Fragen der Leute um mich rum halfen auch nicht gerade – die Wunden waren so groß, dass ich sie nicht verstecken konnte.

Zum Glück stehe ich and Tattoos und Piercings. Beides hat mich schon so manches mal davor bewahrt, mich selbst zu verletzen. Sicherlich mag so manch einer denken, dass das ebenso eine Art Selbstverletzung ist, und ja, das ist es in meinem Fall wohl auch. Aber wenigstens habe ich hinterher etwas davon, etwas, was mir gefällt, was mir Freude bereitet.

Meistens habe ich mehrere Tattoo Motive im Kopf, die ich verwirklichen möchte, und meistens kommt irgendwann der Tag, an dem es „juckt“ – und dann brauch ich sofort ein Tattoo. Nicht immer hat das mit meiner psychischen Verfassung zu tun, manchmal passt es auch einfach gerade finanziell oder ich wurde angesteckt von Freunden die gerade frisch tätowiert wurden. Manchmal ist es aber auch, wenn ich Druck abbauen muss.

Als ich kürzlich morgens Abdrücke meiner Fingernägel im Arm entdeckte wusste ich, es muss was passieren.

Gestern hab ich mich dann tätowieren lassen.

Das Adrenalin hilft, der Schmerz hilft, und die Freude hinterher über das schöne Motiv auf der Haut hilft auch. Heute singe ich sogar zur Musik während ich mich anziehe um das Haus zu verlassen.

„Just remember in the winter far beneath the bitter snow lies the seed that with the suns love in the spring becomes the rose“

Ein Gedanke zu “Wenn der Druck zu groß wird

  1. Luisa schreibt:

    I’m confident your spring has already sprung. Give the seedling time to spread its roots deep into arable soil – they might need to grow around stones. But those stones will later be anchors when storms unfold and even rip out trees!
    You got that, I’m sure. 🙂

    Gefällt 1 Person

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