Falsch gedacht

Ein paar Tage lang fühlte ich mich besser. Nicht gut, aber die Anspannung war weg. Die Laune nicht unbedingt toll, aber wen interessiert schon die Laune? Viel wichtiger war, dass das permanente zusammen Krampfen des Magens weg war, meine Hände zitterten nicht, mir war nicht schwindelig. Ich heulte nicht dauernd, mein Herz schlug in einem normalen Takt und mir war auch nicht übel. Selbst der kalte Schweiss blieb aus.

Und dann…fing alles wieder von vorne an. Weil wieder alles zusammen kam.

Der Hund, den ich 3 Jahre lang mehrmals pro Woche betreut habe, musste eingeschläfert werden. Altersbedingte Anämie. Und auch wenn ich sie an Weihnachten zum Glück nochmal besucht hatte…es ist wie bei meiner Katze vor 3 Wochen: ich konnte mich nicht verabschieden. Das tut weh.

Gerne hätte ich mit meinem Partner darüber gesprochen, weiss er doch, wie sehr einem so ein Tier ans Herz wächst. Aber natürlich ist er genau jetzt nicht erreichbar für mich. Ich weiss, ich darf ihn nicht verantwortlich machen für meinen Schmerz, aber das ist leichter gesagt als wirklich getan. Wenn man das Bedürfnis hat, sich jemandem mitzuteilen, und derjenige ist nicht verfügbar, dann tut das weh – und es ist einfach, dem anderen die „Schuld“ zu geben. Beinahe hätte das zu Streit geführt, ganz sicher jedenfalls zu Spannung zwischen uns, die über das Telefon stärker durch kommt, als wenn man persönlich spricht.

Natürlich musste ich prompt meine ganzen Ängste, Sorgen, Stress..alles in meinem Traum verarbeiten. Ich hatte den seltsamsten Traum den man sich denken kann, sinnlos, und doch mit so viel Sinn. Und ich wachte auf mit einem scheiss Gefühl, das den ganzen Tag über mir hing.

Die Vertretungssituation bei der Arbeit hilft da auch nicht unbedingt. Es ist nicht viel los, aber es tauchen viele Problemfälle auf, und es ist mein Job, sie zu klären. Das bringt oft Diskussionen mit den Kunden und Kollegen mit sich, wo ich mich doch eigentlich so sehr nach Harmonie sehne.

All das sorgte für eine erneute Panikattacke und viel Anspannung.

Ich weiss genau, wo das alles her kommt – ich weiss nur nicht, wie ich es loslassen kann. Ich stecke fest, gefangen in einer alles umfassenden Angst, die mich mit eisernem Griff fest hält, und ich weiss, ich mach mir damit alles kaputt. Aber ich finde einfach nicht den Weg raus aus diesem Labyrinth.

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