Bella Italia

Es war soweit….die Italien Reise stand an. Hochzeit von einem der besten Freunde meines werten Herren. Inklusive all seinen engen Freunden. Mit vorab geplanten „gemeinschaftsaktivitäten“ und natürlich keinerlei Druck für mich. Hüstel.

Am Tag vorher lag ich heulend im Bett und hatte Panik, während mein werter Herr entspannt am Handy Schach spielte. Ich hatte Panik vor der Panik, Panik davor, mit seinen Freunden nicht klar zu kommen. Panik davor, dass wir streiten. Panik davor, dass er mit seinen Freunden Spass hat und mich links liegen lässt. Eigentlich Panik vor generell mal allem. Er hingegen war die Ruhe in Person, fing auch erst 4 Stunden bevor wir los mussten (sprich, nach Mitternacht) an zu packen und war sich völlig sicher, dass alles gut werden wird. Er versuchte mich – mit wenig Erfolg – zu beruhigen, aber ich war dankbar, dass er meine Unsicherheit nicht nur zur Kenntnis nahm, sondern auch Verständnis zeigte.

Der erste Tag verlief überraschend angenehm. Über die Panne beim einchecken (er hatte seinen Reisepass im aufgegebenen Koffer…) konnte ich lachen. In Italien angekommen trafen wir gleich auf seinen besten Freund, den ich einmal schon getroffen und für gut befunden habe, samt dessen ausgesprochen liebenswerten Freundin. Die beiden bemühten sich sehr, mich in alle Gespräche mit einzubeziehen und stellten mich Leuten vor, wann immer mein Partner nicht da war. Aber auch er bemühte sich und sorgte dafür, dass ich nie alleine in einer Ecke saß.

Leider kippte die Stimmung auf Grund des vielen Alkohols. Es gab einen sehr unschönen, heftigen Streit, der mich tatsächlich im Glauben hatte, die Beziehung stünde auf der Kippe. Der Grund war ein absolut blöder: die Kumpels wollten auf der Dachterrasse noch weiter trinken, ich wollte ins Bett. Mein Freund wollte mit den Kumpels trinken, wollte aber mich auch nicht alleine lassen. Es schaukelte sich hoch und es flogen ordentlich die Fetzen. Am nächsten Morgen brauchte es eine Weile, bis wir wieder miteinander klar kamen. Mein werter Herr war stark verkatert, und schlecht gelaunt, aber wir wollten beide den Urlaub genießen und sprachen erstmal nicht weiter darüber. Es spielte sich alles wieder ein zwischen uns, und später gab er sogar kleinlaut zu froh zu sein, dass er bei mir im Zimmer geblieben ist. Wir sprachen darüber, dass er zwischen angetrunken und betrunken eine kurze Phase hat, in der er richtig eklig wird, Streit sucht und einen fast schon absichtlich verletzt. Das ist zum Glück bisher nicht oft vorgekommen, aber oft genug dass ich es ihm an zwei Beispielen aufzeigen konnte. Was er hörte gefiel ihm überhaupt nicht und er versprach, ganz bewusst darauf zu achten. Im Gegenzug versprach ich, etwas lockerer zu sein – oder es zu versuchen. Das klappte auch wunderbar.

Die Hochzeit war fantastisch und auch die Tage danach waren super schön. Wir hatten viel Spass – zum Teil alleine zu zweit, zum Teil mit mehreren oder allen Freunden. Wir hielten fest an unserer neu gewonnenen Kompromissbereitschaft und jeder gab mal nach. Der Urlaub war einfach perfekt!

Seine Freunde hießen mich alle Wilkommen in der Gruppe und sagten, es wäre als würde ich schon ewig dazu gehören. Mehrere sagten mir ich sei die erste Frau die er mitbringt die sie mögen, und dass sie glauben ich sei gut für ihn. Mehrere stellten mir auf Facebook Freundschaftsanfragen oder tauschten Handynummern mit mir aus. Ich wurde voll und ganz in den Kreis aufgenommen, und das bedeutet mir wahnsinnig viel – denn ich weiss, wie viel es ihm bedeutet.

Seit wir zurück sind hat er jede Nacht bei mir verbracht. Tagsüber schreibt er mir SMS, nicht dauernd, aber zumindest immer mal wieder. Die Nachrichten sind lieb und aufmerksam, er wünscht mir einen schönen Tag, eine gute Nacht oder schaut wie es mir geht, begleitet von Kosenamen und Küsschen. Unsere Kommunikation – offline und online – ist wieder, wo sie am Anfang war, und so auch die Nähe und Verbindung zwischen uns.

Eine ganze Weile ist das verloren gegangen. Ich war mit meinen Panikattacken beschäftigt, er mit Prüfungsstress und Zukunftsängsten. Wir haben uns nur noch selten gesehen, die Kommunikation war eher flach und sachlich.

Heute nach der Arbeit nach Hause zu kommen und seine Sachen bei mir liegen zu sehen, zu wissen, dass er noch eine weitere Nacht bei mir verbringt, weil er es so will und nicht weil ich mich beschwere, dass wir uns zu selten sehen. Das hat so ein enormes Glücksgefühl in mir ausgelöst… ich glaube, der Urlaub hat uns beiden gut getan – wir sind wieder auf dem richtigen Weg!

2 Gedanken zu “Bella Italia

  1. samybee schreibt:

    Hardcore-Bedingungen für den ersten Urlaub! Schön, dass ihr es so gut geschafft habt. Besser den Stress und den Knall zu Beginn und nach hinten raus wurde es besser als schlechter bis zum Schluss mit Knall am Ende 😉.

    Gefällt 1 Person

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