Weihnachtsstress im November

Ich bin ja kein Freund von Weihnachten. Nicht mal im entferntesten. Also, Weihnachten und ich sind nicht mal gute Bekannte. Wenn Weihnachten ein Facebook Profil hätte, würde ich es löschen. Der ganze Kommerz ist mir einfach zu viel. Man gibt Geld aus das man nicht hat für Geschenke die der andere nicht braucht. Man „muss“ Tante Edeltraut wieder ein Parfum kaufen und man „muss“ bei Onkel Friedhelm zum Kaffee kommen. So viel „muss“ und „zwang“ – wo bleibt denn da die Besinnlichkeit, die Weihnachten eigentlich sein sollte? In meiner Familie ist das mit dem schenken nicht so ein Ding, aber trotzdem waren unsere Weihnachtsfeste immer eher schwierig, und irgendwer endete immer am Streiten mit irgendwen, während man gleichzeitig total angespannt versucht genau das zu verhindern.

Nun kam ja dieses C Wort in unser Leben und machte alle Reisepläne zu Nichte. War ich jetzt nicht so wirklich traurig, in dem Fall. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass mein Freund Weihnachten liebt! Upsi. Für ihn stand es völlig ausser Frage, dass ich mit zu seiner Familie komme. Das stand nicht zur Debatte, das IST so. Zu dem Zeitpunkt hatte ich seine Mutter + Stiefvater zwei mal für jeweils 10 Minuten getroffen. Den Rest der Familie noch gar nicht. Naja, dachte ich, werde ich schon überleben. Die beiden wirken ja ganz nett, und was mein Freund so erzählt hat, ist Weihnachten bei ihm Zuhause auch ganz anders und viel entspannter als bei mir in der Familie.

Fast forward, ein paar Tage später: das volle Ausmaß wurde mir bewusst. Und ich bekam Panik.

Am 12.12. Weihnachtsessen mit Wichteln mit seinen Mitbewohnern, die mich dabei haben wollen obwohl ich da nicht wohne. Natürlich habe ich beim Wichteln den einen Namen gezogen, für den ich die wenigsten Ideen hatte, was man schenken könnte.

Am 24.12. zu Vorweihnachtlichen Drinks zu seiner Mutter + Stiefvater, über Nacht. Am 25.12. Zum Frühstück mit Mutter + Stiefvater + deren Hund + meinem Hund zur Tante + Onkel + Cousine + Cousin + deren Hund. Alle mir bisher noch komplett unbekannt. Danach zum essen und über Nacht mit Mutter + Stiefvater + deren Hund + meinem Hund zum Vater + Stiefmutter + Halbbruder + deren Hund. Ebenfalls alle mir noch komplett unbekannt. Uff.

Zum einen fühl ich mich da überfordert, mit so vielen neuen Leuten auf einmal. Zum anderen kenne ich meinen Hund…..er sucht sich gerne den blödesten Moment aus, um sich daneben zu benehmen. Uff.

Ich habe mitbekommen, dass Geschenke, und zwar Bedeutungsvolle Geschenke, in der Familie ein riesen Ding sind. Es wird geplant und überlegt, vorab schon Geld dafür zur Seite gelegt, und gerne mal etwas mehr ausgegeben – aber gleichzeitig immer etwas ausgewählt, das der andere auch wirklich braucht oder will. Eigentlich schön zu sehen, wie nahe sich diese Familie steht, und wie viele Gedanken sie sich machen. Aber heisst auch, ich muss mir zumindest Kleinigkeiten überlegen, für Leute die ich kaum bis gar nicht kenne. Uff.

Mit allem was hier im Land momentan passiert, ist online shoppen die einzige Möglichkeit, die Post ist jedoch noch schlimmer als sonst. Also habe ich panisch im November angefangen, Weihnachtsgeschenke zu planen und zu bestellen. Und ich glaube, ich habe mich auch ganz gut angestellt.

Der Gedanke an Weihnachten beängstigt mich immernoch. So viel Weihnachten für jemanden, der Weihnachten gar nicht mag! Aber ich muss auch wirklich sagen…. zu sehen und zu hören wie sehr sich mein Freund darauf freut, mich dabei zu haben, wie aufgeregt seine Mutter ist, weil mein Hund auch kommt und sie den liebt, diese offene und herzliche Art mit der mich seine Familie ganz selbstverständlich willkommen heisst…. na, vielleicht wird Weihnachten dieses Jahr ja doch nicht so schlimm!

18 Gedanken zu “Weihnachtsstress im November

    • Lea schreibt:

      Also…..grade jetzt aktuell nicht. Aber der lockdown, den wir momentan haben, ist absichtlich jetzt streng, damit über Weihnachten alle Regeln aufgehoben werden können….mit der Aussicht auf neuen lockdown im Januar/Februar wenn sich dann an Weihnachten wieder alle fröhlich anstecken. Seufz. Wir und auch seine Familie halten uns alle sehr streng an die momentanen Regeln, daher ist es für mich ok. Bei meiner Vermieterin würde ich Weihnachten zb nicht verbringen- die meinte sie müsste während dem lockdown erstmal 2 Wochen in Urlaub und danach natürlich nicht in Quarantäne…

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  1. Stephen Butterworth schreibt:

    I feel your pain – neither of us like it either and friends may think us strange because we don’t decorate the house for it or send out cards. You might get an email from me on the day but that’s about it. It’s stupid really – the inlaws (lovely people, really) still send gift certificate each year for birthdays and Christmas…. and in return we do the same, yet it just cancels itself out. Besides, if I want something useful for myself, I just buy it regardless of the time of year.

    On the plus side, it does sound like it’ll be welcoming as a longer introduction. Just hard to appear enthusiastic about it…. maybe a long afternoon nap…

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    • Lea schreibt:

      A long afternoon nap sounds lovely. I mean, on the plus side, from what I hear xmas with his family is mostly food drinks and laughter, maybe the odd movie thrown in. So maybe it wont be that bad after all.

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  2. Luisa schreibt:

    Wenn es dir zuviel wird, mach einfach Weihnachtsfotos von den anwesenden Hunden. 😊 Das wird schon, du hast doch das beste Geschenk an deiner Seite – und der wird drauf aufpassen, dass es für dich eine positive Erfahrung wird, meinst du nicht?
    Liebe Grüße,
    Luisa

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    • Lea schreibt:

      Theoretisch ja, praktisch bekommt er eine neue playstation zu Weihnachten daher keine Ahnung wie viel ich ihn überhaupt zu Gesicht bekomme 🤣 aber ja hab ich auch schon gesagt, im Notfall mach ich Fotos oder geh mit den Hunden spazieren. Irgendwie krieg ichdas schon hin.

      Gefällt 1 Person

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