Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Im Dezember wurde ich in eine neue Abteilung versetzt. Das war super. Weniger Druck, und endlich nicht mehr den cholerischen teamleiter. Mann war ich glücklich!

Auch sonst lief ja hier alles gut, mit Freund und so.

Bis kürzlich der erste Anruf kam: meine alte Abteilung hat so ein grosses Arbeitsvolumen und ist unterbesetzt da ein Kollege langfristig wegen burn out ausfällt und die andere Kollegin neu ist und nur 4 Tage pro Woche arbeitet ubd der dritte Kollege einfach…naja lassen wir das. Jedenfalls wurde ich in die alte Abteilung zurück geschickt. Anfangs wollte man mir das mit dem namen cross functional role schmackhaft machen, ein bisschen alte arbeit, ein bisschen neue arbeit. Blödsinn. Ich war nicht fisch nicht fleisch. Mittlerweile bin ich wieder 100% in der alten Abteilung habe aber nur die systemberechtigungen der neuen abteilung, was das ganze noch spaßiger macht. Ich könnte kotzen!

Dann kam der nächste Anruf: wer Opa nochmal sehen möchte, soölte sich beeilen. Das war Dienstag. Genau eine Woche später wurde er erlöst. Und es war wirklich eine Erlösung, für ohn, aber auch für alle anderen. 91 jahre alt ist er geworden. Da darf man gehen. Trotzdem ist es hart. Vorallem so weit weg zu sein. Keine Beerdigung um einen abschluss zu finden – jedenfalls nicht für mich. Kein letzter besuch, nur ein video anruf. Kein gemeinsames trauern, kein oma in den arm nehmen und sagen, ich bin für dich da. Es ist echt hart. Hier in irland werden beerdigungen per live stream an die familie übertragen, da nur 10 personen anwesend sein dürfen. Bei uns darf die ganze familie kommen. Ein live stream für mich (und evtl andere familienmitglider die weiter weg wohnen) wurde von denen, die ganz in der nähe wohnen, abgelehnt. Nicht dass davon etwas auf social media gepostet wird und jemand sie beim weinen und trauern sieht! Dass bei solchen live streams nicht die gäste gezeigt werden interessiert da nicht. Es muss so ein gutes leben sein, wenn man so egoistisch ist!

Was ich ja sehr merkwürdig fand: mein Hund saß auf mir mit gespitzten ohren, halb knurrend, halb fiepend. Ohne ersichtlichen grund. Paar minuten lang. Kurz darauf kam die nachricht, dass Opa nun von uns gegangen ist. Mein Hund & mein Opa kannten sich nicht.

8 Gedanken zu “Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

  1. Luisa schreibt:

    Das tut mir Leid mit deinem Opa und der Arbeitssituation.
    Mein Opa ist auch 91 Jahre alt und wird im Mai 92. Ist natuerlich ein stolzes Alter, vor allem bei der Generation! Aber du hast recht, wenn es soweit ist, dann ist es hart.
    Ich druecke dir ganz fest die Daumen, dass es drei Schritte vorwaerts und zwei zurueck waren und du bald wieder drei Schritte vorrueckst. 🙂
    Die neue Abteilung will dich bestimmt nicht verlieren.
    Und ausserdem hast du deinen lieben Freund. Mit gutem Rueckhalt lassen sich manchmal tolle Plaene schmieden und Auswege aus aussichtslosen Situationen finden.

    Alles Liebe aus Kanada,
    Luisa

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    • Lea schreibt:

      Lieben dank Dir ❤ ja mein freund ist mir echt eine stütze grad… und natürlich die tiere. Die bringen mich eh immer zum lachen. Und bei der arbeit setze ich halt grenzen, ich kann zwar nichts dagegen tun wieder in der alten abteilung zu sein aber dafür weigere ich mich jetzt eben überstunden zu machen. Nennt sich self care 😉

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  2. rosabluete schreibt:

    Mein Beileid…
    Die Oma(84) meines Freundes haben wir letzte Woche auch beerdigt und die Oma (93)eines Kollegen wird morgen beerdigt… Komisch momentan.
    Ich glaube aber aus der Ferne kann man aber genauso Abschied nehmen, in dem man sich Zeit nimmt für Trauer und Erinnerungen. . Und deine Oma freut sich bestimmt über regelmäßige Anrufe von dir.
    Und ist froh wenn du glücklich bist.

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    • Lea schreibt:

      Oh je…das tut mir leid zu hören!
      Ja sicher geht das auch, aber irgendwie….wär ich doch gern bei der familie jetzt. Aber ändern kann ich es ja sowieso nicht, also werde ich eben meine eigene kleine feier haben…mit opas lieblingsessen und erinnerungen.

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  3. SamyBee schreibt:

    Ich trauere mit dir um deinen Opa und drück dich! Vielleicht findest Du etwas für Dich zum Abschied nehmen. Nimm dir Zeit dafür. Wir konnten auch im letzten Corona-Jahr nicht zu einer Beerdigung, wo es mir auch wegen der Familie sehr wichtig gewesen wäre. Wir haben eine große Kerze Abend für Abend angezündet und dabei an den Verstorbenen und seine Familie gedacht. Mir hat es geholfen. Stundenlang brannte die Kerze jeden Abend. Und ich habe mit seiner Mutter ganz klassische Briefe hin und her geschrieben. Du kannst die gewohnten Rituale nicht durchführen, die uns trösten, dann musst Du Dich aufmachen, eigene zu finden.

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