Kennt ihr das…

…wenn man sich wegen einer Sache – oft sogar einer Kleinigkeit – schlecht fühlt. Und irgendwann wirkt diese Sache gar nicht mehr so schlimm, aber man fühlt sich immer noch schlecht. Und irgendwann weiß man gar nicht mehr so richtig, warum man sich schlecht fühl. Ob die Sache doch keine Kleinigkeit war, oder ob man das nur als Ausrede benutzt hat weil man sich sowieso schon schlecht gefühlt hat. Und man merkt, eigentlich könnte man sich jetzt wieder besser fühlen, aber das schlechte Gefühl will einfach nicht weg gehen. Und man versteht es irgendwie selber nicht mehr, was jetzt eigentlich genau los ist.

Kennt ihr das?

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Die lieben Nachbarn

Nachbarn sind ja auch so eine Sache, nicht. In meiner ersten eigenen Wohnung wohnte der Vermieter auf dem gleichen Stockwerk. Er kam gerne mal rein, wenn ich nicht zuhause war. Die Ausreden waren immer Dinge wie „da war ein Fenster offen, nicht dass die Leitungen einfrieren“ (natürlich war das Fenster nicht offen, was sich im Nachhinein aber nicht beweisen lies). Später gab es eine neugierige Nachbarin, die immer „das Licht im Flur für mich angemacht hat“, während ich ein Paket, das zu schwer war für mich, am Eingang aufgemacht habe. Sie hat auch gerne meine Mülltonne durchwühlt um zu schauen, ob ich auch richtig trenne. In meiner letzten deutschen Wohnung wohnte die Mutter des Vermieters unter mir. Sie stellte mir anfangs gerne ihre (schon leicht angeschimmelten) Essensreste auf die Treppe, damit ich nicht mehr kochen muss nach der Arbeit, und wenn sie mich ohne Jacke oder im Kleid aus dem Haus gehen sehen hat, hat sie mich gescholten – nicht dass ich noch krank werde!

Nun also Irland. Auch hier gibt es Nachbarn.

Da wäre zum einen der Herr nebenan, der in einem Tierladen arbeitet und glaubt, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Jedesmal wenn ich ihn sehe erzählt er mir, was ich mit meinen Katzen alles falsch mache. Er selbst hat keine Katzen, nur Hunde. Einen Mini Terrier der fast nie das Haus verlässt (dem kleinen Hund reicht es, durchs Haus zu rennen und ins Katzenklo zu machen) und einen Rottweiler, der ebenfalls kaum das Haus verlässt (große Hunde haben höchstens Energie für 30 min laufen am Tag, und seine Häufchen kann er auch im Garten machen, wo sie dann ca einmal pro Monat aufgesammelt werden).

Dann wäre da die Dame über mir, die sehr Nachtaktiv ist. Eigentlich wohnt sie da alleine, aber wenn sie da ist (nur alle paar Wochen mal), dann immer mindestens zu zweit. Plus Hund. Dem Hund wird dann in der Wohnung der Ball geworfen, es wird bis früh am Morgen Musik gehört, geredet, und gerne auch zwischen 23 Uhr und 2 Uhr morgens Wäsche gewaschen. Was mir ja egal wäre, wenn nicht das Haus so hellhörig wäre, dass ich sogar höre, wenn sie eine Schublade öffnet.

Und meine Vermieterin natürlich. Die ist eigentlich ganz harmlos, aber neugierig ohne Ende. Allerdings im Gegenzug auch sehr freizügig mit Informationen über ihr eigenes Leben. Somit weiß ich die genauen Beträge ihrer Rechnungen, und auch wann sie wegen was mit wem Streit hat. Kürzlich hat sie ihren Freund vor die Tür gesetzt. Natürlich hat auch das wieder jeder hier erfahren – per Gruppennachricht auf Facebook. Sie „Daten“ noch, aber er hat jetzt eine eigene Wohnung. Offenbar ist ihr aufgefallen, dass er sie ganz schön ausnutzt – weder finanziell noch sonst wie hat er sich zuhause eingebracht. Nun denkt sie natürlich, dass alle Männer so sind. Daher hat sie mir direkt mal angeboten, falls ich nicht wüsste, wie ich meinem werten Herrn beibringen soll, dass er sich an der Miete beteiligen muss, würde sie mir gerne eine Nachricht schicken dass sie von ihm Miete möchte. Die könnte ich ihm dann zeigen. Dass er hier gar nicht wohnt sondern nur oft zu Besuch ist macht dabei nichts – sie meint, er könnte ja schließlich der Einfachheit halber einfach einziehen. Ich hatte absolut keine Lust mich zu rechtfertigen, habe ihr aber dem lieben Frieden wegen versichert, dass er sich schon an den Lebensmitteln beteiligt und ich dafür sorge, dass die Kosten gerecht verteilt sind. Damit war sie zufrieden – zum Glück. Geärgert hat es mich trotzdem, denn was geht es sie an, wer bei uns was zahlt? Das ist ja wohl meine Privatsache!

Die Nachbarin von oben hat übrigens aktuell wieder großen Spaß. Letzte Nacht konnte ich dank dem Lärm schon kaum schlafen, und sollte das heute nicht spätestens um 22 Uhr enden, werden wir (mal wieder) ein Problemchen miteinander haben.

Männerupdate

Da ich ja nun krank geschrieben bin und endlich mal Zeit habe, komplett und in Ruhe zu entspannen, ohne Zeitdruck zu tun und zu lassen was ich will, habe ich jetzt auch endlich mal Zeit, ein Männerupdate zu schreiben. Ich glaube, es ist auch an der Zeit.

Ich habe also einen Mann kennen gelernt. Lustigerweise online. Auf Tinder. Während ich für meinen blog post „Tinder Fails“ recherchierte, mit dem Gedanken, die App hinterher endgültig zu löschen.

Zwischen den vielen vielen nichtssagenden Profilen mit verschwommenen Bildern und fand ich tatsächlich eins, das mich innehalten lies: es hatte mehrere aussagekräftige Bilder (joah, nicht schlecht…ein paar sogar echt gut) und eine sehr ausführliche Beschreibung sowie ein Link zum Spotify Profil. Ich erfuhr also einiges zur Persönlichkeit, der Lieblingsmusik und den Hobbys. Aber am allermeisten beeindruckten mich die ersten 4 Buchstaben:

INTJ

Ohne weitere Erklärung. Nur diese vier Buchstaben. Für mich sah das sofort nach Persönlichkeitseinstufung nach Myers-Briggs aus, doch ich war mir nicht ganz sicher ob das auch wirklich gemeint war. Wer vermutet schon sowas in einem Tinder Profil!

Trotzdem wischte ich mal nach rechts und bekam tatsächlich ein Match – er fand mein Profil wohl auch gut!

Die nächste Überraschung lies nicht lange auf sich warten, innerhalb von Minuten schrieb er mich an, und zwar auf deutsch und mit einer ausführlichen Nachricht, nicht nur „hi, wie gehts“. Auf Tinder führen die wenigsten matches wirklich zu Gesprächen, und wenn dann meist nur oberflächlichen Smalltalk. Der Herr bekam also schonmal zwei Plus Punkte – für das ausführliche Profil und das ausführliche anschreiben – und ich dachte mir, mal schauen wo das hin führt. Man bedenke, ich war eigentlich gerade dabei für einen späteren Blog Post die negativen Aspekte Tinders zusammen zu tragen!

Das Gespräch war sehr flüssig und wurde recht schnell recht intensiv, wir wechselten noch am gleichen Abend zu WhatsApp (ich gebe sonst nie einfach so meine Handy Nummer raus…) und ich hatte das Gefühl, wir waren auf einer Wellenlänge.

Es stellte sich heraus, dass die vier Buchstaben tatsächlich die Persönlichkeitseinstufung nach Myers-Briggs zeigt. Natürlich befragte ich sofort Google, auch wie dieser Typ zu meiner Persönlichkeit passt (ich bin INFJ) …

When an INTJ and an INFJ meet they can easily feel like it’s the first time anyone has truly understood them.

Und schon nach kurzer Zeit hatte ich auch tatsächlich das Gefühl, dass er mich einfach voll und ganz versteht, und ich ihn. Schon in den ersten Tagen des textens vervollständigten wir die Sätze des anderen, oder sagten die gleichen Dinge zur gleichen Zeit.

Es war toll, aufregend, irgendwie aber auch fast schon gruselig. Sowas gibts doch eigentlich gar nicht?!

Fünf Tage lang texteten wir fast ununterbrochen, wann immer es ging, und in mir machte sich eine Hoffnung breit, die mir Angst machte. Ich hatte Angst vor einem Treffen – Angst, die Seifenblase könnte zerplatzen. Ihm ging es genauso. Wir sprachen sehr offen darüber, dass es sich anfühlt als würde da gerade etwas großes passieren, und was wäre, wenn einer den anderen dann „in echt“ doch nicht mehr so gut findet?

Wir entschieden uns für ein Mittagspausendate – wenigstens könnten wir dann nach einer Stunde wieder abhauen, falls es doch nix ist. Ich war so nervös wie schon lange nicht mehr, konnte nichts essen, habe kaum geschlafen. Wir trafen uns im Park zwischen seiner und meiner Arbeit, saßen auf einer Bank und redeten. Und redeten. Und lachten. Und redeten. Eine Stunde war viel zu wenig!

Wir trafen uns also gleich nochmal nach der Arbeit – und seitdem sind wir so ziemlich unzertrennlich.

Zwei Monate sind wir jetzt zusammen. Ja, zusammen. In Irland ist es üblich, dass man ein Jahr oder länger nur „dated“ und es aber nicht „relationship“ nennt. Er denkt da anders – zum Glück.

Wir verbringen sehr viel Zeit zusammen, ich habe seine Freunde kennen gelernt, und er meine. Meine Katzen lieben ihn und schlafen lieber auf / bei ihm anstatt wie früher bei mir. Meine Schwester hat ihn kennengelernt und für gut befunden.

Klar hatten wir auch schon Streit, aber irgendwas in mir sagt „das ist er. Das ist der richtige.“

Ich bin nicht wie andere (mir bekannte) Frauen, die in 4 Monaten 5 mal „den Einen“ kennen lernen. Ich war sehr realistisch und wusste zb bei meinem Ex von Anfang an, dass es nichts für die Ewigkeit sein wird.

Diesmal glaube ich, der ist es. Es fühlt sich einfach so richtig an. So gut. Selbst nach so kurzer Zeit schon sind wir ein gutes Team und kennen den anderen sehr gut – und mit kennen meine ich nicht wissen, was die Lieblingsfarbe des anderen ist.

Ich kann’s gar nicht richtig beschreiben – ich dachte ja selbst irgendwie immer, sowas gibts nur im Buch.

Ich bin glücklich.

„Under the weather“

„Angeschlagen sein, sich unwohl fühlen“

Das ist hier grad der Fall, weshalb ich auch krank geschrieben bin.

Der Druck auf Arbeit wird immer größer und stresst mich sehr. Ich bin im Prinzip nicht mehr im Stande, irgendwas zu erledigen und meine Wohnung sieht so schlimm aus wie schon lange nicht mehr.

Ich habe Panik Attacken vor dem Aufstehen, und wenn ich abends nach Hause komme, falle ich mehr oder weniger leblos ins Bett. Meine Ernährung ist dementsprechend schlecht und somit auch das allgemeine Wohlbefinden.

Letztes Wochenende war ich so erschöpft, dass ich Samstag den ganzen Tag nur geschlafen habe und Sonntag so „tranfunzelig“ rum hing und ebenfalls nichts auf die Reihe bekommen habe.

Ich fühle auch seit Tagen eine Erkältung unter der Oberfläche die nicht richtig raus kommen will.

Der größte Stressfaktor ist mein Team Leiter, der neuerdings was gegen mich zu haben scheint. Er war immer sehr launisch (sollte ich ihn beim Wichteln ziehen werde ich ihm eine Schachtel Tampons schenken!!) und er lässt seine Launen und seinen Stress an allen anderen aus. Es sind auch immer alle an allem schuld, nur er natürlich nicht. Mein Kollege und ich sind eigentlich permanent darauf fokussiert alles, womit der Team Leiter zu tun hat, möglichst gut zu machen, dass alles andere (unsere eigene Arbeit) irgendwie vernachlässigt wird. Der Team Leiter findet trotzdem immer etwas wofür er uns anmotzen kann.

Es ist jetzt schon mehrfach vorgekommen, dass er mich für eine ganz normale, harmlose Aussage angeschrien hat, ich solle nicht in dem Ton mit ihm reden. Er ist völlig außer Kontrolle, ist aber davon überzeugt dass ich frech und unverschämt zu ihm bin.

Leider ist die generelle Meinung im Büro, dass man am besten einfach nichts sagen soll, er beruhigt sich schon wieder. Einen Mann in dem Alter ändert man nicht mehr.

Ich kann das aber nicht mehr und habe mich deshalb krank schreiben lassen. Zum Glück hat die Chef Etage Verständnis, und vielleicht merken sie jetzt auch mal, dass doch etwas getan werden muss.

Jedenfalls werde ich nun heute erstmal entspannen, und mir morgen meine Wohnung vornehmen, und dann ein langes Wochenende genießen. Meditation und lange Spaziergänge stehen auf meiner to do Liste, und viel schlafen.

Ich freu mich drauf.

Ein lehrreiches Wochenende

Meine Schwester und mein Neffe waren zu Besuch. Trotz organisatorischen Schwierigkeiten vor dem Besuch und pubertären Schwierigkeiten während dem Besuch habe ich mich drauf gefreut und es war auch wirklich schön.

Und es war eine gute Lektion für mich zum Thema Selbstliebe.

Meine Schwester ist um einiges älter als ich. Wir sind uns in manchen Dingen sehr ähnlich und in anderen das genaue Gegenteil. Wir kamen immer gut miteinander aus. Während meiner Kindheit schaute ich zu ihr auf. In meiner Jugend fing es an, dass wir verglichen wurden – und ich hatte immer und ewig das Gefühl, immer nur an zweiter Stelle zu kommen. Wir lernten beide Französisch in der Schule, meine Schwester war sehr viel besser darin als ich. Wir haben beide getanzt, meine Schwester sehr viel besser als ich. Meine Schwester kann toll zeichnen, ich nicht. Meine Schwester ist sehr sprachbegabt und spricht mehrere Fremdsprachen, während ich schon mit der zweiten Fremdsprache sehr zu kämpfen hatte. Auch was das fotografieren angeht war meine Schwester immer sehr viel besser und kreativer als ich.

Dieses Wochenende hat mir die Augen geöffnet.

Meine Schwester hat vielleicht ein Auge fürs fotografieren, aber keine Ahnung von der Kamera und den Einstellungen.

Sie spricht vielleicht fließend Englisch und mehrere andere Sprachen noch dazu, aber den irischen Dialekt versteht sie kaum und sie spricht mir deutlichem deutschen Akzent und doch eher stockend.

Ich habe gelernt, gesehen, dass nicht meine Schwester „alles und ich nichts“ kann, sondern dass es sehr wohl auch Dinge gibt, bei denen ich besser bin als sie.

Nicht, dass es ein Wettbewerb wäre – aber es hat mir gezeigt dass wir trotz all der Vergleiche zwei unterschiedliche Personen sind mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

Lesson learned!

fun fair zum St Patrick’s Day

Trinity College Bibliothek

Der älteste Pub Dublins – der zweitälteste in Irland.

Die Cliffs of Moher sind völlig im Nebel verschwunden

Mister boyfriend war auch dabei

Vom Bus aus fotografiert – der Wild Atlantic Way

kameraspielerei

Hello again!

Nachdem ich gestern wirklich gar nichts auf die Reihe bekommen habe und mir selbst und allen anderen nur auf die Nerven ging, habe ich beschlossen, den Tag abzuhaken.

Ich war noch kurz einkaufen und habe im Einkaufszentrum gegessen, bin dann aber direkt ins Bett und habe früh geschlafen, mit der Hoffnung, dass es heute wieder besser ist.

Und siehe da: es ist besser!

Schon beim aufwachen hatte ich plötzlich einen Haufen Ideen was ich alles wie wo hin räumen könnte und um halb 9 war ich tatsächlich auf den Beinen und habe meinen Kleiderschrank ausgemistet! Irgendwie konnte ich nicht so viel los werden wie erhofft, aber es hat doch schon einen großen Unterschied gemacht.

Ich werde heute nicht alles schaffen, was ich vor habe (ich will meine ganze Wohnung umräumen), aber der Anfang ist gemacht und ich bin wirklich froh, dass meine gestrige Laune verschwunden ist!