B-Day Blues

Mein Geburtstag steht bevor und zum ersten Mal in meinen 12 Jahren Berufsleben muss ich arbeiten. Noch dazu in einem für mich trotz allem noch relativ neuen Umfeld.

Einem Umfeld, in dem man mich ins kalte Wasser schmeißt. In dem man mich hängen lässt, nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil man einfach nicht über den Tellerrand raus schauen mag.

Einem Umfeld, in dem man es für nötig empfindet, mich persönlich darauf hinzuweisen, gewisse Dinge bei der Ankunft des neuen Chefs nicht anzusprechen, einfach nur, weil der Chef ebenfalls aus Deutschland kommt.

Einem Umfeld, wo man also offenbar davon ausgeht, dass ich mich mit dem neuen Chef Verbünde.

Mein Geburtstag steht bevor, und wie immer kommen damit die Gedanken „was habe ich in diesem Jahr geschafft, was ist alles passiert“.

Letztes Jahr war ich mit Freunden in meiner Stammkneipe, in der man mich so gut kannte, dass ein Kuchen mit Kerzen bereit stand.

Dieses Jahr geh ich arbeiten und dann nach Hause. Gäbe es Facebook nicht, wüsste hier niemand von meinem Geburtstag, den keiner hier ist mir nah genug solche Details über mich zu wissen.

Ich bin weit gekommen in dem Jahr. Hab vieles erlebt, gutes und schlechtes. Fühle ich mich meinem Alter angemessen? Nein.

Erst vorhin wieder wurde mir ein „crazy cat lady“ Video von den Simpsons geschickt. Hätte ich Hunde statt Katzen würde mich niemand für verrückt halten, das war meine Antwort darauf. Die Antwort darauf? „Du bist sowieso auch ohne Katzen nicht ganz normal“

Danke.

B-Day Blues. Jedes Jahr wieder.

Dieses Jahr habe ich jemanden getroffen, der das ganz genau verstanden hat. Dass es nichts mit dem älter werden an sich zu tun hat, sondern mit der Reflektion des letzten Jahres, was hat sich verändert, was hat man alles erreicht usw. Kontakt zu dieser Person? Null. Dabei könnte ich ein wenig wortloses Verständnis gerade gebrauchen, aber das ist wohl etwas, was ich unter „nicht erreicht“ verbuchen muss für dieses Lebensjahr.

Stimmung? Nicht schlecht, eher…sombre. Melancholisch trifft es vielleicht am ehesten. Irgendwie…nachdenklich einfach. Nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht gut.

Ich würde mich gerne Verstecken oder einfach den einen Tag überspringen, aber das geht ja leider nicht.

Bringen wir diesen Tag also hinter uns und sind dann wieder normal bis in 2 Monaten Silvester, da kommt dann der Blues zum Jahresende.

Also ich, nicht wir.

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