Panik auf der Titanik

…und bei mir. 

Gemütlich saß ich in der Mittagspause am Tisch und aß mein Brötchen, als plötzlich mein Handy klingelte und der Name meines Vermieters erschien. Obwohl das jetzt nicht so wirklich überraschend kam, war ich trotzdem erstmal wie erstarrt. Einige Minuten später rief ich ihn aber zurück, ich wusste, ich konnte ihm nicht ewig aus dem Weg gehen. 

Was ich jedoch wirklich nicht erwartete war, dass er morgen Mittag in meine Wohnung muss! Grund ist das Haus nebenan, das abgerissen wird, und irgendein Bau-Fuzzi muss jetzt unsere Wände zu dem Haus hin prüfen. Auch von innen, da die Fassade verkleidet ist. 

Ich bekam eine ausgewachsene Panikattacke, saß zitternd und weinend im Büro und war völlig verzweifelt. Zum einen muss ich arbeiten und will aber niemanden alleine in meine Wohnung lassen. Zum anderen hatte ich geplant, am Samstag meine letzten Sachen durch zu sortieren und auszumisten und am Sonntag dann zu putzen – nicht heute schon.

Zum Glück schaffte ich es, mir gut zuzureden. Ich atmete ein paar mal tief durch und überlegte mir, was nun alles zu tun war. Sobald ich wieder halbwegs ruhig atmete, rief ich meine Freundin an. Hilfe, Notfall! Sie beruhigte mich weiter in dem sie mir gut zusprach. Natürlich erwartet der Vermieter keine perfekte Wohnung wie aus dem Katalog. Und die beiden Herren müssen ja auch eigentlich nur in die Küche und die Abstellkammer. Meine Freundin bot mir dann auch an, die beiden in die Wohnung zu lassen, damit jemand dabei ist und ich nicht extra von der Arbeit weg muss. Das war schon eine große Erleichterung! 

Nach der Arbeit war also aufräumen und putzen angesagt. Ich hatte zwar vor kurzem erst vieles weg geschmissen, aber es lagen noch einige Sachen kreuz und quer, schon ausgemistet und vorbereitet. Um mich zu motivieren hielt ich an meinem Erfolgsrezept von vor wenigen Wochen fest: ich telefonierte. 

Zweieinhalb Stunden telefonierte ich. Mit einer Freundin. Meinem Bruder.  Meiner Cousine. Zwischendurch schickte ich immer wieder Fotos an den ein oder anderen um zu zeigen wie weit ich schon war. 

Durch das telefonieren dachte ich nicht viel nach und war abgelenkt – und tat einfach, was getan werden musste. 

Ich schrubbte den Boden. Die Türen neben denen ich die Katzen immer füttere. Dinge, die herum lagen, packte ich in meine Kisten – Hauptsache erstmal weg. 

Mein Schlafzimmer ist immernoch chaotisch, aber da muss auch niemand rein morgen. Die restliche Wohnung ist jetzt aber durchaus sehr vorzeigbar! 

Mir tut alles weh, der Rücken, der Arm, und meine Finger sind total schrumpelig. 

Aber ich hab’s geschafft, und es ging schneller und leichter als ich gedacht hätte. 

Ich denke, die Pizza habe ich mir jetzt verdient! 

2 Gedanken zu “Panik auf der Titanik

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